Navigation
search

Broschüre- Das Bild des "übergriffigen Fremden" Warum ist es ein Mythos?

27.07.2016 firm Material_firm Aktuelles

Wenn mit Lügen über sexualisierte Gewalt Hass geschürt wird

Gerade nach den Geschehnissen in Köln zum Jahreswechsel  geraten Geflüchtete zunehmend unter Generalverdacht junge Frauen sexuell zu belästigen. Gerade die xenophobe PEGIDA-Bewegung nutzt die Verunsicherung in der Gesellschaft aus, um die Stimmung gegen Zuwanderung weiter anzuheizen- Wie schnell sich solch ein Gerücht einer angeblichen Vergewaltigung durch Asylsuchende verselbstständigt und medial verbreitet wird, konnte sehr gut an dem Fall einer kurzeitig vermissten 13jährigen aus Berlin festgemacht werden. Schnell war die Rede von einer angeblichen Vergewaltigung durch Geflüchtete, doch schlussendlich stellte sich heraus, dass die Jugendliche sich bei einem Bekannten aufhielt- Trotzdem, das Gerücht hatte sich bereits manifestiert und Teile der Russland-Deutschen-Community, aus der  das Mädchen stammte, machte mobil gegen Zuwanderung und gegen Asylsuchende.

Um mit diesen Mythos des „ übergriffigen Fremden“ aufzuräumen hat die Amadeu-Antonio-Stiftung zu diesem Thema eine Broschüre veröffentlicht.

Zunächst wird dabei erst mal das Thema sexuelle Gewalt genauer beleuchtet, hierbei liegt ein besonderer Schwerpunkt darauf, dass die Täter meist nicht aus der Anonymität herausagieren, sondern bereits zum Opfer ein Vertrauensverhältnis genießen. Ebenso geht die Broschüre in einem kurzen Faktencheck noch mal auf die wichtigsten Daten und Fakten ein.

Das Thema „ sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt“ ist  für Neonazis und Flüchtlingsfeinde partout kein Neuland.  Rechte Bands propagieren in ihren Texten oftmals „ Todesstrafe für Kinderschänder“.  Auch auf rechten Demonstrationen ist der Slogan immer wieder zu vernehmen.

Die Angst vor neuen Menschen aus anderen Kulturen wird bewusst durch diffamierende Kampagnen im Netz vorangetrieben. So werden schnell Halbwahrheiten und Gerüchte zur Wahrheit erklärt und  oftmals wie in dem Berliner Fall tausend Fach in den sozialen Netzwerken geteilt. Selbst wenn sich im Anschluss das Gerücht als falsch erweist, werden diese Beschuldigungen weiter verbreitet.

Neben einem analytischen Teil der Broschüre, werden auch konkrete Handlungsempfehlungen beschrieben, wie man sowohl in der kommunalen als auch in der pädagogischen Arbeit das Thema „sexualisierte Übergriffe“ aufgreifen kann. Hierbei stehen im Mittelpunkt, „ Erlebtes „ und  „Erzähltes“ zu unterscheiden, umso Anschuldigungen und Gerüchte zu vermeiden.  Ebenso weißt die Broschüre darauf hin, einen Raum zu schaffen, um Vorurteilsfrei über das Thema reden zu können. Gerade im Arbeitsfeld mit Jugendlichen ist es sehr wichtig auf zu zeigen, dass Diskriminierung oft bei Sprache beginnt.

Die Handreichung schafft es nicht nur mit Fakten und Daten zu überzeugen, sondern erklärt auch, warum gerade das Thema sexualisierte Gewalt immer wieder von rechts instrumentalisiert wird.

 

Die Broschüre ist wie gewohnt als PDF auf der Homepage der Amadeo-Antonio-Stiftung  verfügbar oder kann direkt auf dem Postweg als Printexemplar bestellt werden.