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Deutscher Nationalismus im Rap

26.07.2015 Material_firm

Broschüre des Hiphopkünstlerkollektivs "Tick Tick Boom"

Neonazis nutzen Musik, um Jugendliche für ihre Ideologie zu ködern, soweit so gut und bekannt. Seit neustem nutzen Neonazis nicht nur Rechtsrock und andere gitarrenlastige Musik, um neue AnhängerInnen  zu gewinnen, mittlerweile experimentiert die extreme Rechte auch mit HipHop.

Der Berliner Rapper Villain051 sorgte zusammen mit der rechtsextremen Sängerin Dee Ex in dem Video „Europa sagt Nein zur EU“ für hohe Aufmerksamkeit. In dem Video posieren und tanzen die beiden Musiker auf dem Holocaust-Mahnmal in Berlin und rappen gleichzeitig  in ihren Texten „Gegen die EU-Zionisten schreiten wir vereint in den Krieg“.  Dieses Video wurde von den NutzerInnen der Videoplattform Youtube über Hunderttausend Mal geklickt. Ein viraler Erfolg.

In der Broschüre „Deutscher Nationalismus im Rap widmet sich das HipHop-Künstlerkollektiv namens Tick Tick Boom (u.a. mit der Berliner Rapperin Sookee) diesem neuen Trend des sogenannten NS-Rap.

So verdeutlichen sie, wie die HipHop-Kultur, die eigentlich antirassistische Wurzeln hat, mit einem überhöhten Nationalgefühl und Patriotismus aufgeladen wird. Hierbei werden verschiedene Beispiele aufgeführt. Diese reichen von Grauzonen-Rap (Fler) bis hin zu eindeutigen rassistischen und klaren antisemitischen Texten von Makss Damage.

Neben Analysen über verschiedene Identitäts -und Nazirapper findet sich in der Broschüre auch noch eine Überblickskarte, wo die meisten dieser Künstler geografisch zu verorten sind.

Diese Broschüre erläutert das Phänomen des Nationalismus im Rap sehr gut und ist nicht nur für Freunde des deutschen Sprechgesangs zu empfehlen.

Die Broschüre ist auch in Kooperation mit der Amadeu-Antonio-Stiftung entstanden und kann hier als PDF kostenlos runtergeladen werden.