Navigation
search

Material zum Thema Flüchtlingsunterkünfte

26.07.2015 Material_firm

Die Ereignisse rund um die Bayernkaserne im Münchner Norden haben gezeigt, dass auch in München beim Thema "Flüchtlingsunterkünfte"...

Die Ereignisse rund um die Bayernkaserne im Münchner Norden haben gezeigt, dass auch in München beim Thema "Flüchtlingsunterkünfte" Informationsdefizite, berechtigte Fragen und Sorgen von Anwohner_innen, diffuse Ängste, irrationale Gerüchte, rassistische Ressentiments und neonazistische Agitation eine unerfreuliche Gemengenlage ergeben können. Zuletzt drückte sich dies in drei Kundgebungen der "Bürgerinitiative Ausländerstopp München" am vergangenen Samstag aus, die zum ersten Mal nicht nur auf Ablehnung trafen, sondern von den Anwohnenden zum Teil mit Beifall bedacht wurden. Es gibt also viel zu tun in der Stadtgesellschaft und in den Stadtvierteln.   Untenstehend senden wir zwei Materialhinweise, die in der aktuellen Auseinandersetzung vielleicht Anregungen und Hilfestellungen geben können.

Keine Bühne für Rassismus – Flüchtlinge willkommen heißen!

Weltweit sind Hunderttausende Menschen durch Krieg und politische oder religiöse Verfolgung gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Die Aufnahme von Flüchtlingen ist nicht nur eine humanitäre Notwendigkeit, sondern auch eine rechtliche Verpflichtung nach dem deutschen Asylgesetz.

Dennoch gibt es derzeit deutschlandweit auch von rassistischen Ressentiments getragene Vorbehalte gegen die Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften. Fast immer versuchen organisierte Rechtsextreme, solche Vorbehalte zu schüren und für eine rassistische Mobilisierung zu nutzen. So entsteht ein Klima der Angst und Ablehnung gegenüber Menschen, die unter Lebensgefahr Familie, Freunde und ihre vertraute Umgebung verlassen mussten und häufig schwer traumatisiert sind.

Damit rassistische Vorurteile nicht die Diskussion um die neuen Nachbar/innen bestimmen, ist eine umfassende Information der Anwohner/innen notwendig. Als ein geeignetes Mittel haben sich dabei öffentliche Informationsveranstaltungen bewährt, auf der Interessierte, Anwohner/innen und Unterstützer/innen die Möglichkeit haben, ihre Fragen zu stellen. Solch eine Veranstaltung muss allerdings gründlich vorbereitet werden. Das Beispiel Marzahn-Hellersdorf hat gezeigt, wie schnell die Situation eskalieren kann, wenn Rechtsextreme gezielt versuchen, die Stimmung zu kippen. Die MBR Berlin hat seitdem die Durchführung von solchen Informationsveranstaltungen in verschiedenen Bezirken beratend begleitet.

In der 6-seitigen Handreichung werden auf Basis der Erfahrungen aus der Beratungspraxis der MBR konkrete Handlungsempfehlungen für die Durchführung einer solchen Veranstaltung gegeben. Entscheidend für den Charakter der Informationsveranstaltung ist es, dass das Einrichten der Unterkunft nicht zur Debatte steht. Es geht vielmehr darum, gemeinsam zu diskutieren, wie die Flüchtlinge empfangen und unterstützt werden können. Die entschiedene Positionierung aller beteiligten Akteure für die Aufnahme der Flüchtlinge ist dabei von zentraler Bedeutung für das Schaffen einer Willkommenskultur.

Keine Bühne für Rassismus – Flüchtlinge willkommen heißen!
Empfehlungen zur Durchführung von öffentlichen Informationsveranstaltungen in geschlossenen Räumen anlässlich der Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft (2013); Hg.: VDK e.V. und MBR Berlin; 6 Seiten.

 --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Broschüre „Refugees Welcome. Gemeinsam Willkommenskultur gestalten“ 

Das ist der Titel einer neuen Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung und PRO ASYL, die anhand von zahlreichen guten Beispielen aufzeigt, was lokale Initiativen tun können, um Flüchtlinge willkommen zu heißen.

Die Zahl der Asylsuchenden ist im Vergleich zu Mitte der 2000er Jahre deutlich gestiegen. Da die Bundesländer und einzelne Landkreise in den letzten Jahren ihre Unterbringungskapazitäten für Asylsuchende konsequent abgebaut haben, werden nun an vielen Orten neue Sammelunterkünfte eröffnet. Oft wird dies von vorurteilsbehafteten Protesten der Anwohnerinnen und Anwohner begleitet. Die NPD und andere rechtsextreme Gruppen nutzen diese für rassistische Stimmungsmache gegen Flüchtlinge.

Aber nicht alle Bürgerinnen und Bürger lehnen die neuen Einwohnerinnen und Einwohner ab. Im Gegenteil: Fast überall bilden sich lokale Initiativen aus der Zivilgesellschaft, die versuchen, die neuankommenden Flüchtlinge zu unterstützen und zu integrieren. Kommunen versuchen Konzepte, von Willkommenskultur zu entwickeln und umzusetzen.

Die Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung und PRO ASYL gibt ermutigende Beispiele und Hinweise für Engagierte, Vereine, Sport, Schule, Politik und Verwaltung zur Integration von Geflüchteten und versucht, Initiativen zum Engagement für den Schutz von Flüchtlingen vor rechten Angriffen anzuregen.

 

Broschüre:
"Gemeinsam Willkommenkultur gestalten"