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Sa 26.08.2017

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Beginn: 18:30 Uhr | Ende: 21:30 Uhr

Eintritt frei

SAMIN

Fotographien von Filippo Steven Ferrara

SAMIN wurde vor 27 Jahren in Teheran (Iran) geboren. Im Alter von 20 Jahren zog sie nach Florenz in Italien, um Bildhauerei an der Akademie der Feinen Künste zu studieren und Kampfsport zu trainieren. Durch den Abschluss ihres Studiums wurde ihre Aufenthaltsgenehmigung, die an das Studium gekoppelt war, aufgehoben und sie muss sich jedes Jahr neu um eine Arbeitserlaubnis bewerben, wo sie einen dauerhaften Arbeitsvertrag vorweisen muss, den sie faktisch nicht hat und sie durch den bürokratischen Aufwand vor eine wirkliche Herausforderung gestellt wird. Seitdem ist sie in einem Zustand eingeschlossen, der sich aus Unsicherheit, illegaler und unterbezahlter Arbeit, sie zu ersticken drohenden bürokratischen Problemen, dem kontroversen Heimweh, Liebe, Verzweiflung und einem ständigen Kampf in einer Umgebung, in der sie, ihre Nationalität, ihr Geschlecht und ihr Auftreten nicht vollständig akzeptiert werden, zusammensetzt.
Im November 2016 habe ich begonnen Samins Alltag und Umgebung zu dokumentieren, um schrittweise Zugang zu den intimsten Sphären ihres Lebens zu bekommen. Die letzten drei Jahre hat sie als Nachtportier in einem Hotel in Florenz gearbeitet. Durch den schlecht bezahlten Job schafft sie es oft nicht bis ans Monatsende und muss sich Geld von Freunden leihen. Die beiden Probleme - Geldmangel und keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung - spielen eine sehr zentrale Rolle in ihren täglich zu meisternden Aufgaben, die auch auf ihre zwischenmenschlichen Beziehungen Einfluss haben. Im letzten Januar konnte sie sich ihr Training nicht finanzieren und war gezwungen zuhause zu bleiben. Als ihre Not wuchs, verschlechterte sich auch die Situation mit ihrer Freundin durch starke Spannungen. Vor einiger Zeit erzählte sie mir auch, dass sie von Antidepressiva Gebrauch gemacht hat. Endlich erhielt Samin, nachdem sie seit September 2016 gewartet hatte, eine Erneuerung ihrer Aufenthaltsgenehmigung und besucht nach fast sechs Jahren endlich ihre Familie in Teheran. Ihre Familie weiß nur wenig über die Probleme, mit denen sie in den letzten Jahren in Italien konfrontiert wurde, genauso wenig wissen sie - ausgenommen von ihrer Mama und ihrer Schwester - dass Samin lesbisch ist. (Quelle: Künstler/Übersetzung: Feierwerk).

Öffnungszeiten:
Fr. 25.08. und Sa. 26.08., jeweils von 18:30 - 21:30 Uhr
So. 27.08. von 15:30 - 20:00 Uhr
Mo. 28.08. und Di. 29.08. jeweils von 16:30 - 20:00 Uhr
weitere Termine nach Vereinbarung.

Filippo Steven Ferrara

Stil: Fotographie | Heimat: München/Florenz, Italien

Filippo Steven Ferrara

FILIPPO STEVEN FERRARA (1992) ist ein halb-italienischer und halb-deutscher Fotograf, der in Florenz in Italien wohnhaft ist. Nachdem er sein Studium in Ethnologie in München abgeschlossen hatte, schrieb er sich für ein Masterstudium in Fotojournalismus an der Officine Fotografiche in Rom ein. Durch sein erstes Langzeit-Projekt "Samin" im April 2017 wurde er für die Parallelozero-Fellowship selektiert. (Quelle: Künstler/Übersetzung: Feierwerk)


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