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Fachtag zum Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März 2011

21.03.2011 Aktuelles

Die Fachstelle gegen Rechtsextremismus hat am 21. März in Zusammenarbeit mit dem Referat für Bildung und Sport Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulleitungen in die Black Box in den Gasteig eingeladen. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus würdigten die Veranstaltenden das Engagement der Schülerinnen und Schüler, die sich aktiv am Schulnetzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SOR-SMC) beteiligen. Damit sollten auch weitere Schulen ermutigt werden sich dem Netz anzuschließen.

 

Bürgermeister Hep Monatzeder betonte in seiner Begrüßungsrede, wie wichtig ihm das friedliche Zusammenleben ist. Die Ideologie der Ungleichwertigkeit unterminiere den respektvollen Umgang miteinander und vergifte die Atmosphäre. Wenn behauptet werde, Menschen verschiedener Kulturen würden nicht zusammenpassen, dann sei das Ausdruck einer rassistischen Ideologie, die ein Verstoß gegen das Grundgesetz darstellt. Ohne Konflikte freilich gehe das Zusammenleben unter Gleichwertigen nicht. Aber, so Monatzeder, die Zeit auf einander zuzugehen, müssen eben alle mitbringen, die wollen, dass München bunt bleibt.

Rainer Schweppe, der Leiter des Referats für Bildung und Sport, betonte vor allem die Chancen des Schulnetzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Nach seiner Auffassung macht dieses Projekt die Schülerinnen und Schüler zu Demokraten, und er erklärte: „Ich wünsche mir, dass alle Münchner Schulen solche Schulen werden.“

Miriam Heigl von der Fachstelle gegen Rechtsextremismus unterstützte diesen Wunsch. Sie sieht im Rassismus das gesellschaftliche Einfallstor für Neonazismus, der mittlerweile gezielt junge Menschen anzusprechen versucht. Der rechten Ideologie der „Volksgemeinschaft“ setzen die Grundsätze von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ demokratische und antirassistische Überzeugungen und Handlungsweisen entgegen.

In einem anschließenden Podiumsgespräch diskutierten ExpertInnen, wie die Arbeit der engagierten Schüler, Schülerinnen und Lehrkräfte im SOR-SMC-Netzwerk gefördert werden kann. Ernst Grube, Zeitzeuge und „SOR“-Pate des Anne-Frank-Gymnasiums in Erding, plädierte dafür, den Lehrkräften für die Betreuung der SOR-SMC-Gruppen Stunden zur Verfügung zu stellen. Denn seiner Erfahrung nach beklagen viele interessierte Lehrerinnen und Lehrer, dass ihnen die Zeit für die Begleitung der engagierten Schüler und Schülerinnen fehlt. Ulrike Kopp, die die SOR-SMC-Gruppe an der Wilhelm-Busch-Realschule in München koordiniert, wünschte sich unbürokratische Zugänge zur Finanzierung von Schülerprojekten. Dabei geht es üblicherweise nicht um große Summen. Aber wenn Schülerinnen und Schüler eine Aktion planen, brauchen sie eben zum Beispiel Farben, Plakate und anderes „Kreativ-Material“.

Bleibt zu hoffen, dass die prominenten Befürworter diese eher bescheidenen Wünsche der Aktiven in den Schulen gehört und mitgenommen haben. Ein Schüler des Franz-Marc-Gymnasiums in Markt Schwaben brachte es auf den Punkt, wie aus einem Interesse ein aktives Engagement wird: „Es ist Spaß. Es ist keine Arbeit“. Und Spaß entsteht da, wo die Anliegen und Ideen tatsächlich und tatkräftig unterstützt werden.