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Umgang mit COVID-19 Ausfällen - Ein FAQ für Musiker*innen

20.02.2020 Fachstelle Pop

Unsere geschätzten Kolleg*innen vom RockCity Hamburg e.V. haben ein kurzes FAQ zu den wichtigsten Kernfragen zusammen gestellt, das wir euch nicht vorenthalten wollten.

Unsere geschätzten Kolleg*innen vom RockCity Hamburg e.V. haben ein kurzes FAQ zu den wichtigsten Kernfragen zusammen gestellt, das wir euch nicht vorenthalten wollten. 

(Nachfolgende Quelle: RockCity Hamburg e.V. / Edit: gekürzte Fassung)

 

 

 

Eine Veranstaltung, auf der ich spiele, wurde ohne behördliche Anordnung abgesagt. Habe ich ein Recht auf ein Ausfallhonorar?

Im Falle des grassierenden Coronavirus regeln es die Bundesländer individuell, unter welchen Bedingungen Veranstaltungen weiter stattfinden dürfen. Das VISIONS Magazin hat eine Übersicht erstellt, die die jeweilige Situation in den Bundesländern weitestgehend aktuell zusammenfasst. (Stand 11.03.2020 / 10:28h)

Von dieser Einstufung ist abhängig, ob die Absage aufgrund des Corona-Virus als "höhere Gewalt" einzustufen ist. Sollte euer Konzert ohne behördliche Anordnung durch die Veranstalter*innen abgesagt werden, liegt die Verantwortung auf Veranstalter*innen-Seite, eure Gage vollständig auszuzahlen. Ihr habt in den meisten Fällen einen Schadenersatzanspruch.

In vielen Verträgen sind diese folgendermaßen geregelt:

100 % bei Absage bis 10 Tage vor Veranstaltungsbeginn

70 % bei Absage bis 20 Tage vor Veranstaltungsbeginn

50 % bei Absage bis 30 Tage vor Veranstaltungsbeginn

Die Höhe des Schadensersatzes orientiert sich dann an der im Vertrag vereinbarten Künstlergage.

Quelle: www.beck-law.de

 

Mein Vertrag beinhaltet keine Ausfallklausel / ich habe keinen Vertrag mit der/dem Veranstalter*in geschlossen. Was kann ich tun?

Ohne Vertrag wird eine Gagenverhandlung bei Ausfall eines Engagements rechtlich kompliziert, da ihr keine klare Grundlage für eine Verhandlung habt. Ihr könnt auf Kulanz hoffen, habt aber nichts in der Hand, falls es zum Honorarausfall kommen sollte.

All diejenigen, die mit ihren Veranstalter*innen, Agenturen, Booker*innen und Co dieser Tage verhandeln, bitte habt Verständnis und geht solidarisch und verständnisvoll vor!

Die beste Voraussetzung für die Möglichkeit einer Verhandlung bietet eine schriftliche Vereinbarung über das Engagement. Sollte es zu einer rechtlichen Auseinandersetzung kommen, kann auch eine E-Mail weiterhelfen, in der euer Engagement festgelegt wurde.

Generell gilt: Ist in eurem Vertrag der Fall der "höheren Gewalt" nicht geregelt, bleibt alles weitere Verhandlungssache.

Quelle: www.beck-law.de

 

Greift meine Ausfallklausel im Gastspielvertrag auch im Falle der aktuellen Corona-Situation bei Absagen und Betriebsschließungen nach behördlicher Anordnung?

Das hängt davon ab, ob euer Vertrag den Fall der “höheren Gewalt” mit einschließt. Sobald es eine behördliche Anordnung gibt, das Konzert aufgrund von Corona nicht stattfinden zu lassen, gilt dieser Fall als "höhere Gewalt". Ohne eine entsprechende Sonderregelung habt ihr leider wenig Grundlage, auf der ihr rechtlich argumentieren könnt. Da die Situation so speziell ist, habt ihr vielleicht Chancen auf Kulanz vonseiten der Veranstalter*innen.

Geht ins Gespräch und schaut, ob es eine für beide Seiten vertretbare Lösung gibt. Dasselbe gilt auch für den Fall, dass ihr keinen Vertrag mit dem Veranstalter geschlossen habt. Stick together!

Quelle: www.beck-law.de

 

Wie steht es um eine Ausfallversicherung für Veranstalter_innen?

Das Robert-Koch-Institut hat einen Fragenkatalog zu Vorsichtsmaßnahmen für Großveranstaltungen zusammengestellt. Damit alle trotz des Virus eine gute gemeinsame Zeit verleben können, findet ihr hier Möglichkeiten, um eure Veranstaltungen stattfinden zu lassen.

Ihr müsst individuell mit euren Versicherungen sprechen, welche Satzungen in eurem Fall greifen und welche nicht.

 

Was passiert wenn ich als Selbstständige*r in Quarantäne muss?

Wenn ihr als Selbstständige aufgrund von Corona in Quarantäne müsst, habt ihr Anspruch auf eine Entschädigung durchs Gesundheitsamt. Euer letztes Jahresgehalt legt die Höhe der Auszahlung fest.

Dauert die Quarantäne länger als sechs Wochen, habt ihr ab der siebten Woche Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe des für euch errechneten Krankengeldes von der zuständigen Behörde.

Den gesamten Artikel der faz findet ihr hier.

 

Was passiert mit angemieteten Bussen und Equipment?

Informiert euch rechtzeitig, unter welchen Umständen und in welchen Fristen ihr von Mietverträgen zurücktreten könnt, die im Zusammenhang mit Veranstaltungen bestehen, die in naher Zukunft abgesagt werden könnten. In den meisten Mietverträgen für Busse und Equipment finden sich Regelungen zur Stornierung.

 

Ergänzung von uns:

Ihr habt einen Feierwerk Tourbus gemietet oder habt vor ihn zu mieten?

Allgemein gilt aktuell: Bis zu einem Tag vorher könnt ihr kostenlos stornieren. Bei Absage am selben Tag wird eine Verwaltungspauschale von 50 EURO fällig.

Aber tretet mit uns in Kontakt und besprecht den Einzelfall direkt, es gibt für alles eine Lösung.