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PRODUCT VISION / ILLUMINATA NOCTA EST

PRODUCT VISION / ILLUMINATA NOCTA EST

ARBEITHUBER und SCHUKTUEW trafen sich in ihrer gemeinsamen Heimatstadt Ingolstadt und lernten sich kennen und schätzen. Im Rausch wurde über eine gemeinsame Ausstellung fabuliert und nun ist es soweit. 

RENÉ ARBEITHUBER über "PRODUCT VISION": "In der digitalen Arbeitswelt, in der ich tagsüber unterwegs bin, ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass man, bevor man irgendetwas anpackt, eine "Product Vision" braucht. Um diese zu erlangen, schließen sich viele schlaue Menschen in kleine Räume und versuchen, durch ganz kreative Techniken, krampfhaft rauszufinden, warum sie wie und was überhaupt machen sollen. Irgendwas muss man ja machen. Alleine das Wort nervt hart: Product Vision. Deshalb habe ich mir fest vorgenommen, für meine neuen Bilder gar keine Produktvision zu haben, sondern einfach zu machen. Rein ins Atelier. Kopf aus. Los geht's. Bilder malen sich eh, wie immer, von selbst. Leider kam mir dann, nach einigen malerischen Freejazz-Momenten, beim Erstmal-gar-nicht-mehr-nachdenken, der Gedanke, das Bild einer Vision wörtlich zu nehmen. Im Sinne von einer Idee oder einem Traum, der sich verselbständigt und sprichwörtlich aus dem Hirn nach außen dringt. Na toll. Ich hatte eine Vision. Ich habe mich dann ein bisschen geärgert über mich selbst. Als ich mich dann wieder gefangen habe, habe ich die bereits angefangenen, aber nur minder gelungenen Bilder übermalt bzw. komplett von vorne begonnen. Als Künstler ist es ja das Schlimmste, sich selbst zu langweilen, darum habe ich beschlossen, meiner bisherigen Art zu arbeiten zu entsagen und mich in neue Gefilde zu wagen. Nein zu rein figurativen Arbeiten. Ja zu vielen, kräftigen Farben. Nein zu Text und Tags auf den Bildern. Ja zum Mix Digital / Analog. Nein zu schnellem Arbeiten. Ja zu organischen Formen. Ich glaube, ich versuche irgendwie, dieses bestimmte Gefühl der Ohnmacht, dass man seine Träume auf Gedeih und Verderb zu verwirklichen und sich selbst dauernd zu optimieren hat, zu transportieren. Das funktioniert doch aber für die meisten von uns nicht. Eingeimpft wird es uns aber dauernd und von allen Seiten. Die Tristesse alter SW-Fotografien von längst verstorbenen, unbekannten Menschen schien mir ein guter Rohstoff zu sein, um die unterdrückten Visionen und unerfüllten Träume der Menschen herauszuholen. Die Kombination von digitalem und analogem Arbeiten ist sozusagen meine DNA und deshalb war es für mich nur legitim, das Arbeiten mit dem Smartphone und dem Laptop mit dem Pinsel, Papier und der Leinwand zu verbinden." 

ALEXANDER SCHUKTUEW
widmet sich mit seiner Serie "ILLUMINATA NOCTA EST" der der Frage nach Durchblick und Draufsicht. Wer sieht heute was? Wer lässt wen was und wann sehen? Die selbstgefertigten Panorama-Leinwände werden dabei durch multimediale Techniken zu Objekten, die zu unterschiedlichen Tageszeiten und Beleuchtungen ihr Wirkungswesen verändern. Klassisch anmutende Hintergründe breche ich durch abstrakte Linienmuster. Mit fluoreszierender und Schwarzlicht-Farbe erzeuge ich unklare Dimensionen, die dem Objekt Eigenständigkeit verleihen. Als Betrachter kann man sich dabei auf eine Auseinandersetzung mit der sich stets verändernden Wahrnehmungswelt einlassen. Wie sehe ich die Welt? Wann wie und warum? Aus der zweidimensionalen Fläche der Leinwand wachsen Elemente in den Raum und geben so eine weitere Spielfläche für neue Betrachtungsweisen und Schattenwelten. Das Schwarzlicht versteckt sich innerhalb dieser Auszweigungen. Nur wer Zeit mit den Bildern verbringt, kann sich ihnen im Erleben nähern.



Öffnungszeiten: 
Vernissage: Samstag, 02.11.2019 18 Uhr
Anschließend ist die Ausstellung bis 24.11.2019 immer samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. 

Auf Anfrage ist eine Terminvereinbarung möglich.

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