So 18.08.2019

Seebühne Olympiapark

Beginn: 19:00 Uhr | Ende: 22:00 Uhr

Eintritt frei

THEATRON 2019

Die gemütliche Atmosphäre und der freie Eintritt beim THEATRON Musiksommer lockt schon seit Jahren zahlreiche Besucher an die Seebühne im Olympiapark. Und auch das Feierwerk ist im August wieder an sieben Tagen mit einem vielfältigen Programm dabei. Also packt eure Picknickdecken ein und genießt die Konzerte auf den Stufen vor dem Olympiasee. Dabei habt ihr den besten Blick auf die Bühne. Ganz entspannt könnt ihr dort eure Brotzeit auspacken oder euch von den vielen Ständen auf dem Gelände verköstigen lassen.

Präsentiert von

PHILIP BRADATSCH

Stil: Americana, Indie | Heimat: München

PHILIP BRADATSCH

PHILIP BRADATSCH ist wohl das Ungeheuerlichste, was die deutsche Indie-Szene in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Einer mit Attitüde, einer, der Haltung einnimmt. Zwar sind ihm aktuelle Hörgewohnheiten oder Playlists mitnichten egal, nur bedienen will er sie eben nicht. Stattdessen führt er sie mit kryptischen, dylanesken Versatzstücken vor, erschafft einen Sog aus Bildern, Räumen und Stimmen. Und überquert auch mal unverfroren die Wohlfühlgrenze. Dann haut er sie raus, die verwerflichen Gefühle, die so wahrhaftig sind, dass niemand sie zugeben mag. Nicht mal vor der Arroganz hat er Angst, und schon gar nicht vor der deutschen Sprache, wie er nun auf seinem neuen Album „Jesus von Haidhausen“ (Trikont, 13. März 2020) erstmalig eindrucksvoll unter Beweis stellt. Nach dem ersten Zusammenzucken denkt man, der traut sich was, aber sympathisches Understatement ist nicht PHILIP BRADATSCHs Sache. Hinterher ist man froh, mit manch unliebsamem Gefühl nicht alleine dazustehen. Und man ist beseelt von der musikalischen Fülle. Denn PHILIP BRADATSCH wartet mit Überraschungen auf, seine Songs ziehen langsam herauf, beklemmen, bäumen sich wütend auf und lösen sich im nächsten Moment in wundervolle Harmonien auf. Zwischen düster-bedrohlichen Klangwelten plötzlich ein lakonischer Schmunzler, im dumpfen Weltschmerz auf einmal eine Zärtlichkeit, die einem warm ums Herz werden lässt. Und hinter ihm rumpeln, ächzen und rocken die fabelhaften Cola Rum Boys, dass es eine wahre Freude ist. Solo oder im Band-Kollektiv, am Ende ist PHILIP BRADATSCH wohl das, was sich so lange niemand zu vermissen getraut hat: Rock'n'Roll. (Quelle: Trikont)


ANGELA AUX

Stil: Electronica | Heimat: München

ANGELA AUX

"I'm a killer kid", begrüßt eine weiche Lawine aus Fragezeichen - ein flauschiger Dornenwald aus Synthesizern und Beatles-Klaviatur. So stößt ANGELA AUX das Tor in sein viertes Album auf, steht lächelnd auf der Schwelle und winkt herein: in die Untiefen der Alltäglichkeit des ganz normalen Wahnsinns - "I can't get away with it". Ein popmusikalischer Wiedergänger, der vergessene Schätze einsammelt und neue funkelnde Wolken daraus strickt. “Songs schreiben ist für mich wie Schiffe bauen, ich sammle Ideen und Weisheiten und schicke sie auf diesen Schiffen in die Zukunft” erzählt ANGELA AUX. Angst, Sehnsucht, Tod und Teufel sind die Jonglierbälle seiner Erzählungen, einem psychedelischen Set aus Metaphern: “Ich reibe mich an diesen Dämonen, suhle mich in ihrer Heftigkeit. Ich liebe die Erschütterung die von ihnen ausgeht”. Sanft aber bedingungslos spaziert er durch die Katakomben unserer Persönlichkeiten als glitzernde Stimme hinter den Dingen, den Szenen und Irrlichtern. Zwei ertrinkende Freunde grüßen verwunderte Fische („Story Of Heavy Mike“) – oder „Heaven is loaded with Oceans“ – diese bizarren Märchen-Stimmungen entfalten einen zauberhaften Sog. Wes Anderson und Jim Jarmusch, glänzen aus den Szenarien, den lapidaren Abgesängen auf eine immer schon falsche Welt. „Mich interessieren die Widersprüchlichkeiten, diese unbeschreiblichen Zustände: diese wundersamen Gossen-Weisheiten und die unergründliche Melancholie”. “In Love With The Demons” ist eine Essenz seiner bisherigen Arbeiten: diversen Solo-Platten, Alben mit Bands ("Aloa Input", "Sepalot Quartett") und Kompositionen für Kino und Theater. Die Reduktion seines Vorgänger-Albums “Wrap Your Troubles In Dreams” bricht ANGELA AUX dabei wieder auf und bastelt dafür strahlende Mosaike aus den Fetzen der großen Mystiker: Lou Reed, John Lennon, Nico, Leonard Cohen und Neil Young - als wäre ihm die Popmusikgeschichte der liebste Malkasten. Mit Produzent Nico Sierig ("Joasihno", "Instrument") und einer illustren Runde von Gastmusiker*innen (Maria Moling, Cico Beck, Sebastian Weiß aka. "Sepalot", Micha Acher, Peter Pazmandi, Marcus Grassl, Matthias Lindermayr und Sam Irl) entstand eine faszinierende Sammlung hypnotischer kleiner Instant-Hymnen. Text und Musik sickern langsam durch die Gehörgänge ins Gehirn und entfalten sanft ihre psychedelische Wirkung. Als würde man die Songs schon seit Ewigkeiten kennen und gerade auf einem alten Walkman wieder finden. Cinematisch und monumental fixieren sie die Aufmerksamkeit der Hörer*innen, schleichen sich regelrecht ins Bewusstsein. Dort bleiben sie hängen, tief und unmerklich, fast unscheinbar. Aber wenn es still wird und ruhig, bevor einem die Augen zufallen oder man in die Dusche steigt, erheben sich die Szenarien wie zärtliche Dämonen. Süß und geheimnisvoll bitten sie zum nächsten Tanz. (Quelle: Trikont)


KEGLMAIER

Stil: Indie, Electronica, Mundart | Heimat: München

Die Lieder von KEGLMAIER fischen nur selten in flachen Gewässern - sie wühlen den Bodensatz der Seele auf, fassen ihn in musikalisch-poetische Bilder und betrachten ihn liebevoll unter dem Mikroskop. Das berührt im Innersten und unterhält zugleich, vor allem wenn das Bühnenduo KEGLMAIER/SCHRANK seinen ausgeprägten Sinn für Absurdes „mit Lakonie, dadaistischem Wortwitz und passenden Soundeffekten“ (SZ) an den Tag legt. Es sitzen nicht zuletzt zwei Individuen auf der Bühne - jedes auf seine Art von großer Präsenz! Die beiden zelebrieren die Elegie und nehmen sie ernst, bewerfen im nächsten Moment die Welt aufs charmanteste ein wenig mit dem Klärschlamm der menschlichen Existenz und sie sieht unweigerlich komischer aus! All das verbindet sich mit großer Spielfreude zweier Musiker auf der Bühne! Evi Keglmaier („Die Hochzeitskapelle“ u.v.m.) hat nach dem Ende von „Zwirbeldirn“ ihr musikalisches Profil geschärft. Sie bleibt bei Live-Auftritten meist bei der Bratsche und entlockt ihr vielfältigste Klangfarben (auch die live zu hörenden Tuba-Samples stammen von ihr). Sie funktioniert ihr Instrument bisweilen zur Gitarre um und singt mit ihrer singenden Säge um die Wette, spielt mal mit Melodien, mal mit mehrstimmigen Flächen und ergänzt alles mit ihrer klaren Stimme. Dabei entstehen ungewohnte Schattierungen und ihr trockener Humor bricht sich an der Melancholie ihrer tiefgründigen Balladen. Ihre - durchwegs selbstgeschriebene - Musik klingt zunächst meist reduziert, entwickelt aber bei allem Minimalismus eine soghafte Verdichtung. Greulix SCHRANK, ehemals der Drummer der „Schweisser“, ist Theatermusiker und Macher zahlreicher Live-Hörspiele. Der Bühnenhüne ist kongenialer musikalischer Begleiter, er bebt von oben bis unten, wenn er den Groove vorgibt und zaubert auch zu den ruhigeren Bratschentönen einfühlsame Beats und Klänge. „An Instrumenten wie akustischem E-Bass, Metallophon, Harmonium, Daumenklavier oder Maultrommel sowie an Sampler, Loopstation und Live-Elektronik ersetzt er locker eine ganze Band, sorgt für das passende Fundament, für Hintergrundrauschen oder setzt den Songs Klanglichter auf.“ (SZ) Die Elektronik ist dabei behutsam eingesetzt, dominiert das Programm jedoch nicht. Die Kombination aus akustischer Natürlichkeit und synthetischen Sounds scheint nicht auf den ersten Blick vereinbar, aber genau diese charmant und organisch umgesetzte Liaison der Gegensätze macht KEGLMAIER zu einem sich über jede Schublade erhebenden, sehr eigenen und kraftvollen Gesamtkunstwerk! (Quelle: Trikont)


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