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So 17.03.2019

Kranhalle

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Einlass: 20:00 Uhr | Beginn: 21:00 Uhr

VVK: 13,00 Euro zzgl. Gebühren | AK: 16,00 Euro

PONTIAK

Stil: Psychedelic | Heimat: Virginia, USA

PONTIAK

Die grobkantigen Riffs auf dem etwas mehr als halbstündigen PONTIAK-Album "Innocence" aus dem Jahr 2014 waren immer wieder von einer balladenhaften Melancholie durchdrungen. Der Opener "Easy Does It" ihres neuen Albums, ein von Reverb und Heavyness induzierter Trip, macht demgegenüber sofort klar, dass es sich bei "Dialectic of Ignorance" um ein vollkommen anderes Kaliber handelt. Trotz aller zeitlichen Beschränkungen geben die Brüder Jennings, Van und Lain Carney jedem Song sehr viel Raum sich zu entwickeln. Das Ergebnis ist absolut überzeugend, aber noch aufregender ist der Weg dorthin. "Ignorance Makes Me High" und "Herb Is My Next Door Neighbor" sind geprägt von sehr kräftigen Basslines, die einen grummelnden Desert Session-Groove erzeugen, während in den Songs "Hidden Prettiness" and "Youth and Age" an Gilmour's Stil erinnernde Gesangsharmonien von einer Portion psychoakustischem Benebeltsein durchdrungen werden. Wer die Brüder live erlebt hat, kennt ihre harmonische Gestaltungsfähigkeit. "Dialectic of Ignorance" ist das erste Album, auf dem sie dieses Talent in jedem Song zur Geltung bringen. Bei "We Fucked Up" entfalten sie aus einer derben Effektpedal-Sequenz ein Metal Stoner Psych-Opus, während "Tomorrow Is Forgotten" heiß und langsam brennt. Beide Songs sind eine Macht von der ersten Note an, deren Intensität gnadenlos bis zum Gehtnichtmehr gesteigert wird. Die drei Brüder wuchsen auf Bauernhöfen im ländlichen Virginia heran, wo sie nach wie vor leben. Die expansiven Strukturen von "Dialectic of Ignorance" reflektieren die wilde, schroffe, verschleierte Atmosphäre der Blue Ridge Mountains, sind aber alles andere als eine bloße Sammlung idyllischer Landschaftsmotive. Im August 2015 haben die Carney Brüder ihre eigene Brauerei eröffnet. Das gab ihnen die Gelegenheit, ihren kreativen Prozess neu zu überdenken. Die bei diesen Experimenten gemachten Erfahrungen haben sowohl den zu Grunde liegenden Prozess als auch den daraus entwickelten Sound von "Dialectic of Ignorance" nachhaltig geprägt. "Zwischen dem Brauen und der Musik gibt es eine definitive Verbindung," erklärt PONTIAK's Gitarrist und Frontmann Van Carney. "Beides sind kreative Prozesse voller sich unmittelbar ergebender Möglichkeiten. Im Studio ist man mit ständig auftauchenden logistischen, technischen und kreativen Herausforderungen konfrontiert. Es ist die Aufgabe der Künstler zu entscheiden, welchen Weg sie auswählen. Beim Brauen ist das nicht anders." Ein vertieftes Prozessbewusstsein hat PONTIAK ermutigt, mit "Dialectic of Ignorance" musikalisch neues Terrain zu erforschen. "In allen Problemen existieren Schönheit und Wahrheit und Wertvolles und man muss stark sein, um das zu erkennen," fügt Van hinzu. "Wir haben gelernt, dass es unendlich viele Möglichkeiten gibt, wenn man bereit ist, dem nachzugehen." Auch literarische Einflüsse spielten eine wichtige Rolle. Quellen der Inspiration waren insbesondere Karl Ove Knausgård mit seinem ausladenden, bekenntnishaften Stil und der expressive, hochgradig bildhafte Ansatz, den Autoren wie Bohumil Hrabal und Leo Tolstoi zur hohen Kunst entwickelt haben. In Zeiten einer postfaktischen Politik, die einen dauerhaften Wandel durch produzierte Narrative implementieren will, strahlen die Kompositionen auf "Dialectic of Ignorance" Würde und Empowerment aus. Trotzdem "ist es kein politisches Album," betont Van. "Die Botschaft, die wir rüberbringen wollen ist, dass es wichtig ist in der Gegenwart präsent zu sein. Es mag sein, dass alles im Arsch ist. Aber man kann etwas dagegen tun." "Dialectic of Ignorance" wurde im Zeitraum zwischen Januar und Oktober 2016 in PONTIAKs eigenem "Studio A" in Virginia aufgenommen. Das Betreiben der Brauerei verlangsamte die Arbeit auf jeden Fall, aber das war gut so," sagt Van. "Dadurch hatten wir Zeit zum Nachdenken und wenn nötig, zum Verwerfen von Material. Jeden Morgen sind wir früh in die Brauerei gekommen, haben die Aufnahmen vom vorherigen Tag abgespielt, während der Arbeit angehört und ständig neue Ideen entwickelt. Es war ein meditativer, fließender Prozess." (Quelle: Agentur / Übersetzung: Feierwerk e.V.)


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