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Wann muss ich meine Maske tragen?

12.09.2020 Radio für Kinder Radio Hörbar Kinder - Alles Radio Hörbar Kinder - Erleben Erstellt von Nora Giersiepen

Wir haben mit dem bayerischen Kultusminister Michael Piazolo gesprochen

(Minute 0:00): Viele unserer Klassenkamerad*innen haben wir diese Woche nach sechs Monaten das erste Mal wiedergesehen, weil die Klassen davor geteilt waren. Warum müssen wir Kinder jetzt auch noch im Unterricht die Masken aufsetzen, wenn sich viele der Erwachsenen schon wieder in großen Gruppen treffen?

Michael Piazolo: Ja, das ist nicht ganz so leicht zu begründen. (...) Der Unterschied ist natürlich: In der Schule - da ist man verpflichtet hinzugehen. (...) Und es ist auch wichtig, dass jeder dort einen entsprechenden Schutz hat. Und mit der Maske, da schützen wir uns ja nicht nur selber, sondern insbesondere die anderen Kindern und Jugendlichen. Deswegen haben wir jetzt gesagt, wir machen mal in den ersten 9 Tagen für diejenigen ab der 5. Klasse eine Maskenpflicht. Einfach, damit man gegenseitig aufeinander aufpasst und eben sicher ist. Anders ist es manchmal draußen, da treffen sich durchaus auch Erwachsene ohne Maske. Das ist manchmal in deren Verantwortung. Aber immer ist es auch nicht gut. Also wir sind verantwortlich für die Schule und da wollen wir unsere Kinder und Jugendlichen schützen. (...)

(Minute 1:27): Was ist der drei Stufen Plan genau?

Michael Piazolo: Wir haben uns so einen drei Stufen-Plan ausgedacht, weil Corona jetzt in den unterschiedlichen Landkreisen, Städten, Gemeinden verschieden stark wirkt. (...) Und deshalb wollten wir da einen Plan, der immer auch daran anknüpft, wie stark verbreitet das Virus ist. Wenn es jetzt nicht so stark verbreitet ist, dann haben wir ganz normalen Unterricht - wenn auch mit Maske in der Pause. Wenn das Virus ein bisschen stärker zugeschlagen hat, (...) dann sollen auch alle die Maske im Unterricht aufsetzten. Und wenn es jetzt besonders stark ist, so wie jetzt im März und April diesen Jahres, dann werden wir auch wieder in kleinere Klassen gehen. Also das hat auch zu tun damit, wie stark die Krankheit ist.

(Minute 4:00): Jetzt haben wir ja über viele Zahlen geredet. Die Stufe zwei fängt bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 von 100 000 Personen an. Aber was ist damit genau gemeint?

Michael Piazolo: Damit ist immer gemeint, wie viele sich entsprechend in den letzten sieben Tagen angesteckt haben. Dann sieht man: Sind das relativ viele? Sind das relativ wenige? Das Ganze ist immer eine Orientierung. Die Entscheidung, was dann zu tun ist in der nächsten Schulwoche (...), die fällen dann die Gesundheitsämter vor Ort, die die Gesamtsituation gut beurteilen können. Da wird dann entschieden: Gibt es ganz normalen Unterricht mit Maske in der Pause? Gibt es Unterricht mit Maske? Oder: Teilen wir die Klasse? Also das hängt ein bisschen von der Zahl ab - aber auch von der konkreten Entscheidung der Gesundheitsämter vor Ort.

(Minute 4:55): Bei Stufe drei sollen dann auch Grundschüler - also eben auch unsere Zuhörerinnen und Zuhörer - eine Maske im Unterricht tragen. Wie sollen sich Kinder verhalten, die Atemprobleme haben?

Michael Piazolo: Ja, es ist nicht ganz leicht mit der Maske. Das geht uns allen so, auch mir. (...) Die meisten gewöhnen sich dran, haben keine Probleme, aber es gibt auch Kinder, die vielleicht dann Atemprobleme kriegen oder vielleicht auch Kopfweh. Man sollte das dann den Eltern sagen, wenn es so ist. Oder vielleicht auch mal einen Arzt fragen. Wenn es wirklich besorgniserregend ist, (...) ein Arzt dann auch ein Attest gibt, gibt es vielleicht auch die Möglichkeit auf die Maske zu verzichten oder den jeweiligen Schüler ein bisschen weiter weg zu setzten. Aber: Zuerst einmal ausprobieren. Die meisten Kinder kommen eigentlich ganz gut mit der Maske zurecht.

(Minute 9:30): Vielen Dank für Ihre Zeit. 

Michael Piazolo: Gerne! Danke für's Interesse. 

Hier könnt ihr euch das komplette Interview anhören: