Clubnächte im Corona-Stillstand

Erstellt von Maureen Rhode

DJ und Veranstalter Manuel Palacio im Interview darüber, wieso das Nachtleben nicht unterschätzt werden sollte und wie er ohne seine Veranstaltungsreihe Fancy Footwork durch die Corona-Zeit gekommen ist.

Allmählich haben wir uns damit abgefunden, das Wochenende nur in kleinen Gruppen genießen zu können. Trotzdem ist das Leid über die geschlossenen Clubs unter vielen groß. Aber nicht nur die Besucher*innen hoffen auf bessere Umstände. Für Veranstalter*innen haben die Vorschriften nämlich ganz andere Konsequenzen. Manuel Palacio ist DJ, Veranstalter und Gründer von Fancy Footwork. Von ihm haben wir erfahren, wie ihn die Corona-Pandemie getroffen hat und wie er darauf reagiert hat. 

[00:19] Wieso sind Clubs, besonders für junge Menschen, eigentlich wichtig?

Manuel Palacio: "Ich würde mal sagen, das ist einfach so ein kleiner Spot (...), wo (...) dann halt doch die kreativen und (...) alle Leute (...) zusammentreffen, in einem doch anderen Umfeld als jetzt irgendwie sowas wie eine Schule (...). Und wo man einfach mal zusammenkommt, neue Leute trifft und vielleicht sogar neue Ideen entwickelt. Aus der Gemeinsamkeit, ob es jetzt einfach die Musik ist oder das Feiern, der pure Hedonismus, entsteht einfach gerne mal Kultur, Kunst, Musik. (...)"

[8:53] Welche Schwierigkeiten hattest du dabei, dich während der Zeit finanzieren zu können?

Manuel Palacio: "(...) Das allerwichtigste ist, dass (...) die Gagen weggebrochen sind, die Eintrittsgelder. Das ist natürlich die Haupteinnahmequelle jetzt von mir gewesen. (...) Das sind so die 80 Prozent oder sowas, die man eigentlich verdient (...). Deswegen musste man sich andere Sachen überlegen. (...) Also ich fand`s auch bisschen spannend, mal weg aus der Komfortzone. Natürlich, unter welchen Umständen ist natürlich furchtbar.  Aber ich find`s immer spannend, neue Felder einfach mal auszuprobieren. Und jetzt halt mit Kinderpartys, mit Merchandise und sonstigen Online-Veranstaltungen. (...) Spannend die Zeit, aber ich würd`s niemandem wünschen."

[12:58] Wie sähen deiner Meinung nach denn Lösungen aus, um Clubs langfristig wieder öffnen zu können?

Manuel Palacio: "Also, auf jeden Fall denke ich, dass Testen eine ganz wichtige Geschichte ist. Dann, wie weit die Leute sich geimpft haben. Also wie weit dort die Statistiken sind. (...) Also das für (...) kurz gesehen. Und lang gesehen,  würde ich mal sagen, vielleicht dort auch nochmal eine Unterstützung, (...) gerne auch vom Staat statt Stadt. (...) Dass man sagt, dass man Clubs einfach noch so ausbaut, dass bessere Lüftungssysteme (...) gefördert werden. Dass einfach das Risiko doch so gering wie möglich (...) dort besteht. Soll ja quasi ein Safe Space sein."

Das ganze Interview mit Manuel Palacio könnt ihr euch hier anhören:

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