Ein Ort für Menschen aller Glaubensrichtungen und Kulturen

Erstellt von Mila Westphal

Das soll es in München bald geben. Und zwar im Haus der Kulturen und Religionen.

Die am weitesten verbreiteten Religionen sind das Judentum, der Islam, das Christentum, der Buddhismus und der Hinduismus. Aber obwohl das die fünf Weltreligionen sind, gibt es natürlich noch tausende mehr. Und sie alle haben einen Ort, an dem sie sich treffen können. Ob das eine Kirche, eine Moschee, eine Synagoge oder ein Tempel ist. Dort bleiben die Anhänger*innen der verschiedenen Religionen immer unter sich. Dabei wäre ein Austausch zwischen den Religionen unglaublich wichtig für mehr gegenseitiges Verständnis. Aus diesem Grund soll es das Haus der Kulturen und Religionen München geben, wo Menschen aller Glaubensrichtungen willkommen sind. Hinter dem Projekt steht neben Anderen Prof. Martin Rötting. Mila hat mit ihm über das Haus der Kulturen und Religionen gesprochen.

[00:41] "Welche Angebote soll es geben?"

Prof. Martin Rötting: " (...) Bis jetzt können wir sagen, von Kulturveranstaltungen, also wie Konzerte, Vorträge, (...) Ausstellungen bis hin zu religiösen Zeremonien wie Gebeten, interreligiösen Gebeten, aber auch Zeremonien einzelner Religionen, gibt es wirklich sehr viel Interesse bisher. Also von buddhistischen Gruppierungen über Yoga-Gruppierungen bis hin zu Sufi-Gruppen sind alle auf uns zugekommen (...) und haben gesagt: 'Ja, wir würden da gerne mit dabei sein'. (...)"

[2:38] "Und was erhoffen Sie sich so allgemein von dem Projekt?"

Prof. Martin Rötting: "Zunächst glaube ich, dass es ganz viele verschiedene Hoffnungen gibt. Also beispielsweise: kleine Religionen wie die Buddhisten, Sufis oder auch muslimische Gruppierungen (...) könnten dadurch Raum bekommen, den sie sonst nicht haben in München. Das wäre eine Hoffnung. Eine andere ist, dass sich dadurch (...) Menschen (...) begegnen. Weil sie eben am gleichen Ort sind und sich auch arrangieren müssen. Und dadurch entsteht auch ein Dialog zwischen den Kulturen und Religionen, den es vorher so noch nicht gegeben hat. (...) Und das könnte auch ausstrahlen auf die ganze Stadt, weil diese Gemeinschaften ja nicht nur im Haus der Kulturen und Religionen sind. (...)"

[6:35] "(...) Der Glaube (spielt) für die große Mehrheit der jungen Menschen in Deutschland keine große Rolle mehr. Woran liegt das?"

Prof. Martin Rötting: " (...) Ich forsche zur Spiritualität. Und die jüngeren Menschen, die ich dazu interviewt habe, erzählen sehr oft von einer Enttäuschung gegenüber den religiösen Organisationen. (...) Und sie erzählen von Dingen, die sie da erlebt haben, (...) wo sie sagen: 'So will ich Religion nicht erleben'. Oder auch schlimmer, dass man Dinge erfahren hat, die man eigentlich ablehnen muss. Und dann ist es aber nicht so, dass die Leute sagen: 'Mir ist eigentlich das egal, was die Religionen erzählen wollen, was sie lehren wollen'. Ich kann das aber in einer freiheitlichen Form tun. Viele nennen das dann eben Spiritualität und verbinden dann auch viele Dinge miteinander. Da ist man zwar an Weihnachten noch in der Kirche, aber gleichzeitig macht man Yoga. Und man empfindet überhaupt keinen Widerspruch. (...) Ein Haus der Kulturen und Religionen könnte sowohl den Spiritualitäten wie auch den organisierten Religionen einen Ort bieten und damit auch ein Forum zum Austausch. (...)"

Das ganze Interview könnt ihr euch hier anhören:

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