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Musik am rechten Rand

Im Gespräch mit Johannes Scholz-Adam, Experte für Rechtsextremismus und Subkultur.

Rechte Inhalte sind schon lange nicht mehr nur im Rechtsrock zu finden, sondern sie ziehen sich durch alle erdenklichen Musikgenres. Johannes Scholz-Adam beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dieser Thematik. Er arbeitet seit zehn Jahren in der gesellschaftspolitischen Jugendbildung, unter anderem mit dem Schwerpunkt Rechtsextremismus. Mit Volontärin Franzi hat er über das Thema "Rechte Musik" ganz allgemein gesprochen.

[03:52] Welche Rolle spielt Musik in der rechten Szene?

Johannes Scholz-Adam: "Musik ist in der rechten Szene grundsätzlich immer als Metapolitik zu verstehen. Das heißt, dass schon die Gründungsväter der subkulturellen rechten Musikszene festgestellt haben, dass man junge Leute nicht für die rechte Ideologie begeistern kann, indem man sie zu rechten Stammtischen einlädt, wo Parteiprogramme durchgekaut werden, sondern es braucht irgendetwas Aktivierendes. Rechte Musik ist immer auch Triebfeder von Gewalt. Diese Texte sind menschenverachtend, in diesen Texten wird oftmals zu Gewalt an politischen Gegner*innen aufgerufen. (…) Diese Musik wird konsumiert und oftmals schließen sich daran auch Gewalttaten an."

[07:38] Kannst du erklären, was die sogenannte Grauzone ist?

Johannes Scholz-Adam: "Also die Grauzone versteht sich jetzt selber als unpolitisches Musikspektrum, die hauptsächlich spaßorientierte Musik macht. (…) Der Anspruch dieser Musikrichtung ist es, Politik aus ihren Inhalten herauszulassen. (…) In der Grauzone selber findet man oftmals zum Beispiel Zusammenhänge zwischen Musikveranstalter*innen, die auf der einen Seite Grauzone veranstalten und auf der anderen Seite persönliche Kontakte in die rechte Szene haben. Da geht's auch darum, wer spielt mit wem auf welchem Festival. (…)"

[10:00] Welche Rolle spielen Festivals in der rechten Szene?

Johannes Scholz-Adam: "Diese Veranstaltungen sind sozusagen der Szenetreff der extrem rechten Szene. Dort finden wir (...) eigentlich alle Aspekte der militanten rechten Szene (…) und die Musik ist sozusagen der Szenekitt. Auf der anderen Seite ist es so, dass dieser Eventcharakter natürlich auch junge Menschen an diese Erlebniswelt Rechtsextremismus binden soll. (…) Gleichzeitig ist es auch so, dort entsteht eine rechte Infrastruktur. Das heißt, die Leute, die dort die Security stellen, die Leute, die die Dixi Klos stellen, die Leute, die die Infrastruktur stellen, sind Teil der extrem rechten Szene."

Das gesamte Interview findet ihr hier:  

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