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Trans* & Inter* Hilfe für mehr Sichtbarkeit

Erstellt von Idoya Abrell Carbayo

Felicitas Reichl, Beraterin bei der Trans*Inter*Beratungsstelle in München, hat mit Redakteurin Idoya darüber gesprochen, warum die Beratungsstelle so wichtig für manche Menschen ist.

In Deutschland wird die LGBTIQ+ Bewegung immer größer. Und trotzdem fehlt die gesellschaftliche Akzeptanz oft noch. Unter anderem deswegen gibt es die Trans*Inter*Beratungsstelle in München, an die sich Betroffene wenden können. Dabei ist die Beratungsstelle in München tatsächlich eine der nur sehr wenigen Beratungsstellen in Bayern. Trans* und Inter* Personen gibt es aber überall, egal ob Stadt oder Land. Darin liegt also schon die erste Herausforderung für Betroffene: eine Anlaufstelle zu finden. Felicitas Reichl weiß als Beraterin aber, dass es damit nicht getan ist. Denn Alltagsprobleme sind nicht selten. Idoya und Felicitas haben darüber gesprochen, warum das "Transsexuellengesetz" für Felicitas diskriminierend ist und was jede*r tun kann, damit die Alltagsprobleme weniger werden.

[5:13] "(...)Mit welchen Schwierigkeiten müssen Trans* und Inter* Personen im Alltag auskommen?"

Felicitas: "Da gibt es natürlich ein ganz, ganz breites und vielfältiges Spektrum. Also bei Trans* Personen zum Beispiel, dass sie die ganzen Coming Outs vor sich haben, dass sie dann vielleicht Diskriminierung erleben und Leute sagen, sie möchten den Namen nicht benutzen, den sich die Person wünscht oder dass sie Probleme haben auf öffentliche Toiletten zu gehen. (...)"

[6:06] "Was kann denn jede*r tun, damit die Akzeptanz gegenüber Trans* und Inter* Personen steigt, damit das einfach kein Ding mehr ist?"

Felicitas: "Da gibt´s auch viele Punkte. Es ist natürlich auch wichtig Sichtbarkeit zu schaffen von Trans* und Inter* Personen. Also gerade im Inter* Bereich gibt es da ja noch kaum Sichtbarkeit zu dem Thema. Und wichtig ist zum Beispiel, wenn du eine Trans* Person kennenlernst, dass du sie fragst "Hey, welches Pronomen wünschst du dir?, Welcher Name?". Wenn das die Person nicht von sich aus sagt. Und dass du sie vielleicht fragst: "Hey welche Selbstbezeichnung passt für dich?" und die Person halt nicht fremdoutest"

 [7:04] "Was muss denn deiner Meinung nach noch passieren, damit zum Beispiel in Behörden, wie Krankenkassen und Ämtern oder bei der Jobsuche, damit da die Diversität, die Gleichheit steigt und die gesellschaftliche Akzeptanz damit auch steigt?" 

Felicitas: "(...) Erstmal brauchen wir rechtliche Veränderungen. Das bestimmte Gesetze, wie das "Transsexuellengesetz", was wahnsinnig diskriminierend ist. "

[7:31] "Was ist denn das "Transsexuellengesetz"? 

Felicitas: "Das Transsexuellengesetz ist die Möglichkeit für Personen ihren Namen und Personenstand zu ändern. Es ist aber ein sehr, sehr schwieriges Verfahren, weil man zu einem Amtsgericht gehen muss, da einen Antrag stellen muss. Dann zu zwei Gutachter*innen, die Gutachten darüber verfassen sollen, ob eine Person Trans* ist oder nicht, was gar nicht möglich ist, weil nur eine Person selber wissen kann ob sie Trans* ist. Wenn diese beiden Gutachten positiv sind, dann muss die Person nochmal zum Gericht. Dann nochmal vorsprechen und dann bekommt sie eben eine veränderte Geburtsurkunde und einen neuen Personalausweis etc. Aber das Ganze muss halt auch selber bezahlt werden, wenn keine Prozesskostenhilfe die Prozesskosten übernimmt." 

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