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Büke Schwarz im Interview

Erstellt von Laura Fiegenschuh

Manchmal ist die Antwort einfach Jein.

Büke Schwarz hat ihre erste Graphic Novel veröffentlicht. In "Jein" geht es um Elâ Wolf, eine Berliner Künstlerin, die die große Chance bekommt, ihre Kunstwerke auszustellen. Sie ist Halbtürkin, was ihrer Meinung nach weder etwas mit Kunst, noch mit ihrem Leben zu tun hat. "Jein" spielt 2017, zur Zeit des Verfassungsreferendums in der Türkei. Damals wurde unter anderem darüber abgestimmt, ob der türkische Präsident mehr Befugnisse und einen größeren Einfluss auf die Justiz bekommen sollte. Mit etwas über 51% stimmte eine knappe Mehrheit für "Ja". Diese Entscheidung setzt Elâ zu. Wir haben mit der Autorin Büke Schwarz über ihr Debüt, die Türkei und die innerer Zerrissenheit ihrer Protagonistin gesprochen.

[00:10] Malerei, Film oder Comic - das sind nur ein paar Methoden, mit deren Hilfe du deine Geschichten in Szene setzen kannst. Warum musste "Jein" denn ausgerechnet eine Graphic Novel werden?

Büke Schwarz: Jein musste eine Graphic Novel werden, weil ich bei diesem Projekt einfach eine längere Geschichte erzählen wollte. Comic verbindet am interessantesten Bild- und Textebene miteinander. (...) Graphic Novels haben außerdem oft politische Themen. 

[07:30] In "Jein" geht es zu einem großen Teil darum, wie politisch Kunst überhaupt sein kann. Inwiefern kann man deiner Meinung nach als Künstler unpolitisch sein? 

Büke Schwarz: (...) Ich finde (dass) diese Vorstellung, dass Kunst super autonom ist und dass man alles machen kann was man will, eine sehr romantische Vorstellung ist. Ich kann es auch verstehen wenn man sagt, man macht unpolitische Kunst oder man möchte nicht wirklich politische Arbeiten machen. Weil man dann ja sehr schnell in die aktivistische Schiene rutscht. (...) Aber meiner Meinung nach ist etwas, was gesellschaftlich relevant ist oder in den gesellschaftlichen Diskurs geht, automatisch auch politisch, weil es Leute tangiert. (...)

[09:40] Würdest du dich selbst denn als politische Künstlerin bezeichnen?

Büke Schwarz: (lacht) Ich kann jetzt nicht leugnen, dass "Jein" eine politische Arbeit ist. "Jein" ist eine politische Arbeit. Ich würde aber nicht von mir sagen, dass alle meine Arbeiten zu 100% politisch relevante Themen ansprechen. Es kann immer jemand als das oder jenes verstehen. Mit "Jein" bin ich auf jeden Fall eine nicht-nicht politische Künstlerin (lacht).

Wie das Feedback für "Jein" ausgefallen ist, wie Büke Schwarz selbst zum Verfassungsreferendum in der Türkei steht und welche Podcast-Tipps sie für euch hat, könnt ihr hier Nachhören: