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Herbstzeit ist Wein-Zeit

Erstellt von Laura Fiegenschuh

Im Interview mit Markus Görgen erfahrt ihr, wie Wein entsteht und worauf ihr beim Kauf achten müsst.

Markus Görgen aus Senheim an der Mosel ist Winzer in zweiter Generation. Und auch sein Sohn hat sich entschieden, Winzer zu werden. Markus' Liebe zum Wein und die Leidenschaft am Handwerk ziehen sich auch durch unser Interview. 

[00:46] Kannst du kurz erklären, wie Wein eigentlich hergestellt wird? 

Markus Görgen: Die Trauben werden geerntet, der Wein wird dann ausgepresst. Dann erhalten wir den Traubensaft. Und der Traubensaft vergärt dann zu Wein. Bei dieser Gärung entscheide ich (...) als Winzer auch, ob ich den Wein trocken, halbtrocken oder lieblich ausbaue. 

[01:30] Was bedeutet denn "einen Wein ausbauen"? Bzw. was ist der Unterschied zwischen einem trockenen und einem lieblichen Wein? 

Markus Görgen: Bei einem trockenen Wein vergärt der komplette Zucker aus den Trauben zu Alkohol. Bei einem halbtrockenen oder lieblichen Wein (...) unterbreche ich die Gärung. Ich mache das bei uns im Betrieb so: ich filtriere die Hefen raus und dadurch unterbreche ich die Gärung. Ein Rest vom Zucker aus den Trauben bleibt dann im Wein schmeckbar erhalten. (...) Bei einem halbtrockenen Wein habe ich dann einen Teil vom Restzucker schmeckbar im Wein und bei dem lieblichen Wein etwas mehr. Das ist alles gesetzlich verankert (...).

"Die Erfahrung bekommt man über Generationen mitgegeben. Ich denke, das ist ein Lebensgefühl, sowas zu machen." 

[10:51] Konnte dein Sohn schon irgendwelche neuen Ideen in euren Familienbetrieb einbringen? 

Markus Görgen: Wir sind ja an der Mosel ein sehr "junges" Rotweingebiet. Mein Sohn hat sein drittes Lehrjahr in Öhringen gemacht (...). Da hat er viele Erfahrungen gesammelt. Und sein Projekt war, was wir bisher noch nicht hatten, einen Spätburgunder im Barrique (Holzfass; Anm. d. Redaktion) auszubauen. Da bin ich sehr stolz auf ihn, denn da freue ich mich jedes Mal, wenn ich diesen Wein trinke. (...) Am Anfang habe ich gedacht, weil die Spätburgunder-Reben auf den Schiefersteinen stehen und eher mineralisch geprägt sind, das mit dem Barrique passt nicht so gut dazu, weil das Holz zu intensiv ist. Aber er hat es wirklich geschafft, das top auszubalancieren. (...)

[13:23] Welchen Wein trinkst du persönlich denn am liebsten? 

Markus Görgen: Ich mag trockene Weine. Am liebsten trockene Rieslinge aus dem Steilhang, wo man auch den Schiefer-Geschmack noch rausschmeckt. Das ist mein Lieblingswein.

[13:38] Ist Weinschorle denn auch ok? 

Markus Görgen: (...) Vielleicht gibt es Kollegen die sagen: Um Gottes Willen, ich schütte kein Wasser in den Wein. Aber ich sage das immer andersrum: Ich schütte Wein ins Wasser, damit das Wasser besser schmeckt. Insofern ist auch Weinschorle für mich erlaubt!

Das komplette Interview mit Markus Görgen könnt ihr hier nachhören: