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Pressemitteilung vom 11.05.2020: 

Wir brauchen Rückendeckung!

Offene Kinder- und Jugendarbeit und Kulturelle Bildung für Kinder und Jugendliche zugänglich machen - gerade jetzt

Ersatzloser Ausfall des üblichen Programms, null Planungssicherheit, zum Nichtstun gezwungen – durch die Corona Pandemie ist das gesamte Arbeitsfeld der offenen Kinder- und Jugendarbeit und der kulturellen Bildung seit Wochen nahezu stillgelegt. Die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen stehen in den aktuellen Diskussionen ganz weit hinten, dabei sind es vor allem sie, die von den Beschränkungen besonders betroffen sind. Die Maßnahmen – deren Notwendigkeit unbestritten ist – greifen massiv in den Alltag und in die Lebenswelten der jungen Menschen ein. Mit einer Stellungnahme rückt der Münchner Trichter die Bedeutung der offenen Kinder- und Jugendarbeit nun in den Fokus: Sie muss wieder zugänglich gemacht werden – und zwar so schnell wie möglich!

Die offene und kulturelle Kinder- und Jugendbildung darf im Zuge der aktuellen Debatte rund um Lockerungen auf keinen Fall aus dem Blick geraten, denn gerade sie hat das Potential, Räume zu kreieren, in denen Kinder und Jugendliche mit den individuellen und systemischen Auswirkungen der Krise und den durch sie verursachten Einschränkungen konstruktiv und kreativ umgehen können. Mit seiner Stellungnahme verfolgt der Münchner Trichter zwei zentrale Anliegen: Die Bedürfnisse und Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen gleichberechtigt mit allen anderen Anliegen zu berücksichtigen sowie Rückendeckung und Unterstützung von Politik und Verwaltung zu fordern, um in der aktuellen Situation kreative Lösungen für Corona sichere Angebotsformen entwickeln zu können. 

Die Hygienekonzepte liegen vor, die Macher*innen sämtlicher Einrichtungen und Initiativen sind startklar, und der Wunsch nach einer Wiedereröffnung ist immens. „Wir sind seit Wochen in radikaler Warteschleife und haben keine Absicherung, wie geht es weiter. Wenn man sich die aktuellen Lockerungen anschaut, ist die Stilllegung der Betriebe für uns absurd, gerade für Projekte im öffentlichen Raum. Wir haben ganztagsbetreute Angebote in den Sommerferien und arbeiten viel mit Freiberuflern zusammen, wir müssen planen“, sagt Alexander Wenzlik, 1. Vorstand und Geschäftsführer vom Spielen in der Stadt e.V. Der Wegfall von Angeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit und der Kulturellen Bildung und das damit einhergehende Fehlen von Freiräumen und Möglichkeiten, sich gemeinsam mit anderen kulturell zu betätigen, stellt eine Gefährdung der Persönlichkeitsentwicklung und der Entfaltung individueller Fähigkeiten dar. Deshalb sind Zugänge zu offener Kinder- und Jugendarbeit und Kultureller Bildung sowie eine Sicherstellung der Angebote existentiell notwendig.

„Kinder- und Jugendliche sind eigenständige Personen mit eigenen Bedürfnissen und Rechten. Die Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit sind für viele Kids ein ganz zentraler Teil ihres Lebens und prägender Einfluss für ihre Entwicklung. Wir sind es ihnen schuldig, die aktuellen Entscheidungen über Prioritäten und Systemrelevanz nicht nur aus der Sicht von Erwachsenen zu denken“, sagt Andreas Huber, Leiter der Feierwerk Südpolstation in Neuperlach Süd. Auch Katrin Pischetsrieder, die die Feierwerk Funkstation im Domagkpark leitet, betont: „Kinder und Jugendliche wachsen und entwickeln sich in Beziehungen und durch Erlebnisse, die sie nachhaltig beeindrucken. Sie brauchen Begegnung und ein Gegenüber, Anregungen und Herausforderungen. Rauskommen, Abwechslung genießen, andere/neue Eindrücke – das ist nach den Einschränkungen und der für manche*n belastende Zeit enorm wichtig bzw. schlicht notwendig. Phantasie verlangt Auslauf, Kreativität kann ohne Inspirationsquellen nicht zünden.“ 

Deshalb müssen jetzt schnell Konzepte und Strukturen für kulturelle Teilhabe während der Corona Pandemie entwickelt werden und Maßnahmen ergriffen werden, um diesen wichtigen gesellschaftlichen Teil krisensicher zu machen. Dafür braucht es einen gemeinsamen Abstimmungs- und Entwicklungsprozess zwischen politischen Entscheidungsträgern, Verwaltung und den Institutionen und Akteuren der Jugendhilfe und der Kulturellen Bildung sowie die Sicherstellung entsprechender rechtlicher, organisatorischer und finanzieller Rahmenbedingungen.

Die Mitglieder des Münchner Trichters sind: Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik, Arbeitsgruppe Buhlstrasse, Aufklärungsprojekt München, Echo e.V., Euro-Trainings-Centre ETC e.V., Feierwerk, FestSpielHaus, High Five e.V., IAKB – Institut für angewandte kulturelle Bildung, IG Klettern München und Südbayern e.V. – Gipfelstürmer, IMAL, Initiativgruppe, INPUT – Institut für Innovation in Praxis und Theorie, Kultur & Spielraum, Medienzentrum München, Pädagogische Aktion / SPIELkultur, Pädagogische Aktion – Spielen in der Stadt e.V., SIN – Studio im Netz, Spiellandschaft Stadt e.V., Stadtteilarbeit e.V., Stiftung Gesellschaft macht Schule, TheaterSpielhaus

Die Stellungnahme des Münchner Trichters ist hier abrufbar: https://www.muenchner-trichter.de/der-muenchner-trichter-bezieht-stellung-offene-kinder-und-jugendarbeit-und-kulturelle-bildung-fuer-kinder-und-jugendliche-zugaenglich-machen-gerade-jetzt/

Pressekontakt für Rückfragen: Alexander Wenzlik, Spielen in der Stadt | a.wenzlik(at)spielen-in-der-stadt(dot)de | Tel: 0160-96487583

Umsetzung der Pressemeldung: Feierwerk e.V., im Auftrag des Münchner Trichters 

Pressemitteilung Münchner Trichter Stellungnahme vom 11.05.2020 als PDF Download

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