SHE* WHO REMEMBERS – FLINTA & KRIEG

|Gruppenausstellung im Rahmen des „We Won’t Shut Up!“-Festivals 2026

Mit der Gruppenausstellung SHE* WHO REMEMBERS – FLINTA & KRIEG rückt das Münchner Kollektiv We Won’t Shut Up! weiblich gelesene Perspektiven auf Krieg, Gewalt und Erinnerung in den Fokus.

Die Ausstellung versammelt künstlerische Positionen aus Fotografie, Film, Installation und Bildender Kunst, die sich mit Kriegserfahrungen, Widerstand, Fürsorge und feministischer Erinnerungskultur auseinandersetzen.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist die anhaltende Unsichtbarkeit von FLINTA*-Personen in kriegsbezogenen Narrativen, sowohl in der medialen Berichterstattung als auch in historischen Erinnerungskulturen. Während militärische Konflikte häufig aus männlich dominierten Perspektiven erzählt werden, bleiben die Erfahrungen, Strategien des Überlebens und Formen des Widerstands von Frauen, Lesben, inter_, nicht-binären, trans_ und agender Personen vielfach marginalisiert. SHE* WHO REMEMBERS - FLINTA & KRIEG versteht sich als künstlerische Intervention gegen diese Leerstelle.

Die Ausstellung vereint Arbeiten von sieben Künstlerinnen und FLINTA*-Personen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen und biografischen Bezügen zu aktuellen oder vergangenen Kriegs- und Konfliktregionen, darunter Iran, Armenien, Palästina/Israel, die Ukraine, der Kongo und der Sudan. Gezeigt werden sowohl Werke von Künstler*innen aus den jeweiligen Regionen als auch von Personen mit Diaspora- oder Migrationserfahrung sowie von in Deutschland lebenden Künstler*innen, die sich kritisch mit diesen Kontexten auseinandersetzen.

Die präsentierten Arbeiten thematisieren die Auswirkungen patriarchaler und militaristischer Machtstrukturen auf Körper, Identität und Gemeinschaft. Gleichzeitig machen sie solidarische Netzwerke, Care-Arbeit, Freundschaft und Widerstand sichtbar – Aspekte, die in klassischen Kriegsnarrativen selten Raum finden. Krieg erscheint hier nicht nur als bewaffneter Konflikt, sondern auch als strukturelle, digitale und ideologische Gewalt, etwa in Form von Online-Misogynie und antifeministischer Radikalisierung.

Die ausstellenden Künstler*innen sind:

TANZIL ABDALLAH ADAM (Streetart | Sudan/München)

JASMIN BREIDENBACH (Video, Fotografie | München)

SHAGHAYEGH CHAMANI (Bildhauerei | Teheran/München)

JANA ISLINGER (Fotografie | München)

KOKONELLE (Kongo/München)

SANDRA SINGH (Fotografie, Video | München)

MILA ZHLUKTENKO (Dokumentarfilm | Kiew/München)


Kuratiert wird die Ausstellung von Jasmin Breidenbach und Shaghayegh Chamani, beide selbst als Künstlerinnen beteiligt. Gemeinsam mit der Ethnologin Jamila Niedermeier verantworten sie Konzept, Organisation und Vermittlung.

Die gezeigten Werke erzählen von Verlust und Trauma, aber auch von Widerstandskraft, Solidarität und der aktiven Rolle von FLINTA*-Personen in gesellschaftlichen und politischen Aushandlungsprozessen. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zu einer vielstimmigen Erinnerungskultur und setzt einen nachhaltigen Impuls für Empathie, Friedensfähigkeit und Geschlechtergerechtigkeit.

Zu sehen sind unter anderem:

• dokumentarische und künstlerische Fotografien, die weibliche Lebensrealitäten in kriegsgeprägten Gesellschaften sichtbar machen

• filmische Arbeiten, die Vergangenheit und Gegenwart von Krieg, Flucht und Erinnerung miteinander verschränken

• skulpturale und installative Positionen, die sich mit Archiv, Körper und postmigrantischer Identität befassen

• sowie eine multimediale Installation zum Thema „virtueller Krieg gegen Frauen“, die digitale Hasskulturen als reale Gewaltphänomene untersucht.


Ein umfangreiches Rahmenprogramm erweitert die Ausstellung um diskursive, partizipative und bildungspolitische Ebenen. Geplant sind Kurator*innenführungen, Workshops zu Solidarität, Rassismus und Menschenrechten, eine Podiumsdiskussion zum Thema Krieg gegen Frauen online & Hate Speech sowie spezielle Vermittlungsangebote für Schulklassen in Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Initiativen wie Peace of Paper. Ein partizipativer Ausstellungsbereich lädt Besucher*innen zudem ein, eigene Gedanken, Emotionen und Erinnerungen zu teilen und aktiv Teil des Projekts zu werden. SHE* WHO REMEMBERS - FLINTA & KRIEG versteht sich nicht nur als Ausstellung, sondern als feministischer Erinnerungsraum.

Der Ausstellungszeitraum ist bewusst gewählt: Mit dem 8. März (Feministischer Kampftag) und dem 21. März (Internationaler Tag gegen Rassismus) greift das Projekt zentrale politische Gedenk- und Aktionstage auf und verortet sich klar in aktuellen gesellschaftlichen Debatten. Ziel ist es, einen offenen Raum für Dialog, Empathie und kritische Reflexion zu schaffen, sowohl für ein kunstinteressiertes Publikum als auch für Menschen ohne Vorwissen.

Die Ausstellung ist Teil des offiziellen Programms des _We Won’t Shut Up!_-Festivals, das seit 2020 rund um den Internationalen Frauentag feministische Kunst, Diskurs und Aktivismus in München bündelt.


Vernissage:

Donnerstag, 05.03.2026 | 19:00 - 22:00 Uhr | 20:00 - 22:00 Uhr DJ Set von Sister Disko

Finissage:

Samstag, 28.03.2026 | 18:00 - 22:00 Uhr

Rahmenprogramm:

Samstag, 14.03.2026 | 18:00 - 20:00 Uhr: Panel discussion “War on Women Online“ with Prof. Dr. Sahana Udupa & Sandra Singh (in English)

Sonntag, 15.03.2026 | 18:00 - 19:30 Uhr: Kurator*innenführung

Sonntag, 22.03.2026, 18:00 - 20:00 Uhr: „FLINTA, Flucht und Feminismus“ Vortrag von Leila Kayyali

Mittwoch, 25.03.2026, 18:30 - 20:00 Uhr: Denkwerkstatt zu „Solidarität“ mit Sapir von Abel und Ilham Bani Odeh

Reguläre Öffnungszeiten:

Samstag, 07.03.2026 | 14:00 - 20:00 Uhr

Freitag, 13.03.2026 | 16:00 - 20:00 Uhr

Samstag, 14.03.2026 | 14:00 - 20:00 Uhr

Sonntag, 15.03.2026 | 14:00 - 20:00 Uhr

Freitag, 20.03.2026 | 16:00 - 20:00 Uhr

Samstag, 21.03.2026 | 14:00 - 20:00 Uhr

Sonntag, 22.03.2026 | 14:00 - 20:00 Uhr

Präsentiert von: Mucbook