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Im Dezember 2008 beschloss der Münchner Stadtrat unter dem Motto "Das Netzwerk gegen Rechtsextremismus in München handlungsfähiger machen" ein Maßnahmenpaket. Es beinhaltet beispielsweise eine zentrale Netzwerk-Koordinierungsstelle, die im Direktorium des Oberbürgermeisters angesiedelt wird, die primäre Einbeziehung des Kreisjugendrings bei der Konzeption der Jugendarbeit im NS-Dokumentationszentrum und die Einrichtung einer Recherche- und Multiplikator*innenstelle, der Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München (firm), angesiedelt beim freien Träger Feierwerk e.V.

In Folge dieses Stadtratsbeschlusses entstand so in den letzten Jahren ein Kommunales Netzwerk in dem verschiedene Stellen und Initiativen aus Zivilgesellschaft und Verwaltung auf der Basis der jeweils eigenen Spezialisierung zusammenarbeiten, um schnell und verlässlich Informationen zu den Themen Rassismus, extreme Rechte und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit sowie djihadistischen Salafismus auszutauschen oder in akut bedrohlichen Situationen im Zusammenhang mit diesen Themen intervenieren zu können und handlungsfähig zu sein.

Hierbei übernehmen die unterschiedlichen Stellen und Initiativen je nach Expertise verschiedene Arbeitsfelder – die Koordination des Netzwerks, die Unterstützung von Betroffenen bei Diskriminierung und Angriffen, die Beantwortung von Fragen über Radikalisierung von Jugendlichen, die pädagogische Vermittlung von Themen, die Beratung und Hilfestellung für Bürger*innen und kommunaler Verwaltung sowie die Dokumentation, Recherche und Information über Aktivitäten der extremen Rechten. Um gemeinsam Entwicklungen und Phänomene der behandelten Themen fachlich bewerten zu können und die eigene Arbeitspraxis zu reflektieren treffen sich das Netzwerk und seine Fachstellen viermal im Jahr und stehen auch ansonsten im regelmäßigen Austausch.

 

Konkrete Schwerpunkt-Tätigkeit der Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München (firm), die im Januar 2009 als Teil des Kommunalen Netzwerks ihre Arbeit aufnahm, ist es, Zivilgesellschaft, Multiplikator*innen der sozialen und politischen Bildungsarbeit, Fachnetzwerke, städtische Verwaltung und Kommunalpolitik fortwährend über extrem rechte Entwicklungen in unserer Stadt zu informieren, für die Thematik zu sensibilisieren und gemeinsam über mögliche und nötige Handlungsoptionen zu beraten. Firm dient somit als Anlaufstelle, Initiatorin und Informationsdrehscheibe zu Fragen über extrem rechte Organisationen und Aktivitäten in der Landeshauptstadt. Außerdem werden einer Fachöffentlichkeit Zugang zu einer umfangreichen Bibliothek und Materialsammlung zum Thema angeboten, um Wissen und Erfahrungen zur Verfügung zu stellen und damit die Bedingungen für das Engagement gegen die extreme Rechte zu verbessern und rechten Aktivitäten Raum zu nehmen.