Hier findet ihr umfangreichere Infos für Künstler*innen, Veranstalter*innen und andere Akteur*innen der Musikbranche.

Vorlagen & Hilfestellungen

Regularien für Straßenmusik in München

Straßenmusiker*innen benötigen eine Genehmigung vom Presse- und Informationsamt der Stadt
(Adresse: Stadtinformation im Rathaus, Marienplatz 8).

Reservierung und Genehmigung

Termine können telefonisch oder vor Ort jeweils ab DO 12 Uhr für die folgende Woche reserviert werden. Telefonischer Kontakt: 233-92 084 (MO - FR 10 bis 18 Uhr). Es gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!

Es werden werktags (MO – SA) jeweils
5 Genehmigungen für den Vormittag (10 bis 14 Uhr) und
5 Genehmigungen für den Nachmittag (15 bis 22 Uhr) ausgestellt.

Jede/r Musiker*in kann bis zu zwei Tage reservieren.
An Sonn- und Feiertagen (13 bis 22 Uhr) werden zusätzlich bis zu 10 Genehmigungen erteilt, Genehmigungen müssen bis spätestens 12 Uhr des Vortags in der Stadt-Information abgeholt und bezahlt werden. Ansonsten verfällt die Reservierung. Die Ausgabe der Genehmigungen für Sonn- und Feiertage müssen spätestens am Freitag bzw. am letzten Werktag vor dem Feiertag abgeholt werden.

Achtung: Alle Künstler*innen müssen ihre Darbietung vor Erteilung der ersten Genehmigung in der Stadt-Information vorstellen! Grundsätzlich nicht genehmigt werden Blechblasinstrumente (interessanterweise wird das Saxophon dazugezählt!), Schlagzeug und ähnliche Rhythmusinstrumente, Dudelsack, Drehorgel und elektronische Instrumente sowie Verstärker.

Die Ausstellung der Genehmigung (1 - 2 Termine) kostet jeweils 10 EUR.

Generelle Regeln

Beansprucht werden kann eine Fläche von max. 10 Quadratmetern. Der Standplatz wird frei gewählt, muss aber spätestens nach einer Stunde gewechselt werden. Jeder Standplatz darf pro Tag nur einmal beansprucht werden, wobei der gesamte Marienplatz als ein Standplatz gilt.

Eine angemessene Entfernung zu Verkaufsständen und anderen Straßenkünstler*innen ist einzuhalten. Bei Behinderungen oder Beschwerden muss der Standplatz sofort gewechselt werden.
Der Verkauf von Tonträgern mit ausschließlich eigenen Werken ist gestattet, der Verkauf anderer Artikel (T-Shirts und Ähnliches) nicht.

Besonderheiten auf dem Marienplatz:
Nicht gestattet ist das Musizieren in oder aus den Arkaden und (während der Öffnungszeiten) an beiden Seiten von Galeria Kaufhof. Während des Glockenspiels ist die Darbietung zu unterbrechen.  

Sonderregeln Corona in der Fußgängerzone (ab 09.06.2021)

  • Mindestabstand von 1,5 m zwischen den Personen im Publikum einhalten
  • Ein Schild in ausreichender Größe mit der Aufschrift "Bitte achten Sie auf Abstand" aufstellen
  • Mindestabstand der Musiker*innen zueinander und zum Publikum mindestens 2 m einhalten
  • Wenn sich eine Menschenansammlung bildet, ist die Darbietung zwingend abzubrechen
  • Adäquate Händehygiene (Seife, Einmalhandtücher oder Handdesinfektionsmittel) vorhalten
  • Kein Durchpusten von Blasinstrumenten beim Ablassen des Kondensats. (Kondensat mit Einmaltüchern auffangen und in geschlossenen Behältnissen entsorgen)
  • Nutzung von Instrumenten durch mehrere Personen nur nach vollständiger Desinfizierung des Instruments

 

Rückfragen

Die Stadtinformation (089) 22 23 24 oder stadtinformation(at)muenchen(dot)de

Ausführliche Informationen und Lageplan der Innenstadtbereiche unter: https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtinfos/Stadt-Information/Stra-enkunst--musik.html

 

 

 

Regularien für Straßenmusik in München als PDF zum Download

 

Awareness Leitfaden

in Zusammenarbeit mit Safe The Dance
(Stand: 18.06.2021)

Super, dass du dich mit dem Thema Awareness beschäftigst!

Wir haben hier in diesem Leitfaden einige Informationen und vor allem auch erste Schritte und Ideen für dich gebündelt. Diese richten sich an Veranstaltende, Clubs, Kollektive und Festivals, bieten aber auch generell einen ersten Einblick in dieses wichtige Thema.

Wir verwenden hier einige spezielle Begriffe, die eventuell nicht allen Menschen geläufig sind, diese Begriffe haben wir daher in unserem Glossar verlinkt.

Trigger Warnung:
Das folgende Dokument handelt vom Umgang und Prävention von Diskriminierung und (sexualisierter) Gewalt. Auch wenn wir nicht konkret über Vorfälle sprechen, können Erinnerungen und Gefühle an Erlebnisse getriggert werden. Falls ihr beim Lesen merkt, dass es euch nicht gut geht, macht eine Pause und nehmt euch die Zeit, bevor ihr weiter lest. Sollte euch in diesem Text etwas auffallen, was euch stört oder ihr als falsch empfindet, meldet euch bei uns, wir sind immer offen für Feedback und Kritik.

Einführung

Ob in der U-Bahn, in der Kneipe oder bei einem Festival: Treffen Menschen aufeinander, kommt es leider immer wieder zu übergriffigen, diskriminierendem Verhalten - sei es bewusst oder unbewusst. Rassismus, Sexismus, Antisemitismus - Oft bleibt vieles unkommentiert und wird nicht geahndet, was zu Gefühlen von Unsicherheit und Angst im öffentlichen Raum führt - gerade für BiPoC, FLINTA+ und LGBTQIA+. Es fehlt nicht nur vielmals das Bewusstsein was richtiges/falsches Verhalten ausmacht; zudem fühlen sich viele auch unsicher, wie sie reagieren sollen, wenn etwas passiert. Mitarbeiter*innen, Besucher*innen und Helfer*innen sollten daher geschult werden, um Handlungsstrategien zu entwickeln, die ermöglichen mit übergriffigem/diskriminierenden Verhalten umzugehen und im besten Fall schon zu vermeiden. Dadurch werden “safer spaces” ermöglicht, die einen Gewinn für alle Menschen darstellen.

Was bedeutet Awareness?

To be aware heißt erstmal aufmerksam sein bzw. Bewusstsein haben und für Probleme sensibel sein. Awareness ist dabei ein Konzept, das sich mit respektvollem Verhalten miteinander beschäftigt. Es geht darum, sich gegenseitig zu unterstützen und einen Raum zu schaffen, in dem sich alle wohlfühlen können und keinerlei Übergriffe oder diskriminierendes Verhalten geduldet werden. Dabei werden Grenzüberschreitungen individuell von den Betroffenen definiert: Welche Vorfälle dazu führen, dass sich Menschen angegriffen, missachtet, diskriminiert, verletzt, herabgewürdigt oder überfordert fühlen, wird nicht in Frage gestellt. Was für euch eine unbedenkliche Kleinigkeit darstellt, kann leider bei Anderen schon dazu führen, dass ihnen dadurch die Freude am Feiern oder der Veranstaltung vergeht. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob euer Verhalten in Ordnung ist, empfehlen wir im Zweifelsfall: Lieber einmal zu viel als zu wenig nachfragen!

Die drei Grundsätze von Awareness Arbeit:

  1. Konsens bzw. Zustimmung
    Individuelle Grenzen werden respektiert: Nein heißt immer nein! Und noch wichtiger: Nur ja heißt ja!
  2. Definitionsmacht
    Wo ein Übergriff beginnt, bestimmt immer die betroffene Person und sie hat das Recht zu entscheiden, wie es nach dem Vorfall weitergeht.
  3. Parteilichkeit
    Die Wahrnehmung der betroffenen Person wird nicht in Frage gestellt - Solidarität steht an erster Stelle.

Warum überhaupt Awareness Arbeit?

Die ein oder andere wird sich fragen, wozu Awareness Arbeit gut sein soll. Viele denken, ihr Club oder Event sei bereits sicher, z.B. weil es keine Meldungen von Vorfällen gibt. Das kann natürlich daran liegen, dass es wirklich keine Vorfälle gibt. Oder es liegt daran, dass Betroffene sich nicht trauen sie anzusprechen. Wenn wir uns einige Statistiken anschauen, ist es unwahrscheinlich, dass genau an eurem Ort noch nie etwas passiert ist:

  • Im Zeitraum 2008 - 2019 wurden 69.881 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung bei der Polizei angezeigt. (Statista)
  • „EU-Umfragen zufolge hat eine von drei Frauen seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren, jede zweite Frau war mit einer oder mehreren Formen sexueller Belästigung konfrontiert. In Deutschland gaben bei einer weiteren Studie 43% der befragten Frauen an, schon einmal sexuell belästigt oder bedrängt worden zu sein – und 12% der befragten Männer.“(1)
  • „Rassistische Straftaten zählen zum Bereich der sogenannten „Hasskriminalität“ – ebenso wie antisemitische, islamfeindliche und antiziganistische Delikte, die jeweils separat erfasst werden. Insgesamt registrierten die Behörden 2019 mehr als 8.500 solcher Hassverbrechen.“(2)
  • „Dem Bundesinnenministerium zufolge gab es 2019 mindestens 576 politisch motivierte Straftaten aufgrund der sexuellen Orientierung, darunter 151 Gewalttaten.“(3)

 

Bei all diesen Zahlen ist stark davon auszugehen, dass die Dunkelziffer jeweils deutlich höher liegt. Auch wenn in eurem Club, Festival oder Veranstaltung noch nie etwas bekannt wurde, schließt das nicht aus, dass es nicht passiert ist oder passieren wird. Wir können nie garantieren, dass Übergriffe und Diskriminierungen nicht passieren, aber ihr könnt für die Betroffenen da sein, wenn etwas vorgefallen ist und damit zeigen, dass euch Sicherheit für alle am Herzen liegt. Der positive Effekt: Ihr setzt ein Zeichen und zieht damit mehr Menschen an, die diese Policy und Einstellung unterstützen; Personen, die diese Politik nicht unterstützen, werden davon hoffentlich abgeschreckt.

Warum sagen wir Safer Spaces und nicht Safe Spaces?

Oft wird der Begriff “Safe Space” verwendet, allerdings sind wir der Meinung, dass es so etwas wie einen 100% sicheren Ort nicht gibt. Obwohl alle Vorkehrungen getroffen werden, kann niemand ausschließen, dass es zu Vorfällen kommt oder dass Betroffene getriggert und retraumatisiert werden. Daher verwenden wir stattdessen den Begriff “Safer Spaces”, um anzuzeigen, dass es immer nur Schritte in die richtige Richtung sind und es keine endgültige Lösungen geben wird. Awareness Arbeit ist und bleibt ein Prozess.

Die ersten Schritte

Formuliert ein Manifest

  • Besprecht, was euer Anliegen ist: Wofür soll euer Club, Event oder Einrichtung stehen?
  • Welche Art von Atmosphäre sollte vorherrschen?
  • Was sind eure Ziele?

 

Macht eine Bestandsaufnahme

  • Welche Maßnahmen führt ihr schon durch?
  • Was beabsichtigt ihr in Zukunft umzusetzen?
  • Wie viele Vorfälle sind im letzten Jahr gemeldet worden?
  • Was hat das Personal beobachten können?
  • Welche Auswirkungen soll eure Policy auf marginalisierte oder strukturell benachteiligte Menschen haben (z.B. LGBTQIA+, BiPOC, Menschen mit Behinderung etc.), um ihre Teilhabe zu fördern?

 

Diversität & Gäste

  • Ist euer Stammpublikum divers? Wenn nein: Woran könnte der Ausschluss von bestimmten Gruppen und Menschen liegen?
  • Möchtet ihr ein diverses Publikum ansprechen (z.B. durch Booking, Darstellung und Wording auf Social Media und Website)?
  • Ist der Raum sicher für FLINTA+, BIPoC und LGBTQIA+? Wollt ihr FLINTA+, Menschen mit Behinderung und marginalisierte Gruppen unterstützen und ihnen einen (möglichst) sicheren Raum bieten, der sie willkommen heißt?
  • Wie soll sich euer Publikum verhalten und miteinander interagieren: Wollt ihr Tanzen, Rangeleien, Trinken, Flirten, Zuhören, Reden etc. eher fördern oder verhindern? Sind herablassende Ausdrücke wie „Schätzchen“ und „Kleine“ in Ordnung?
  • Versucht nicht das Geschlecht einer Person über deren Aussehen festzumachen. Benutzt keine Pronomen, ohne die Person zu fragen, wie sie angesprochen werden möchte. Z.B.: Wenn eine Person nach einer Toilette fragt, gebt ihnen allgemeine Informationen, wo sich alle Toiletten befinden, entscheidet nicht für sie, welche die „richtige” ist.

 

Barrierefreiheit

  • Barrierefreiheit: Ist der Raum für Menschen mit Behinderungen betretbar?
  • Sind Begleitpersonen kostenlos?
  • Können Assistenzhunde mitgebracht werden?
  • Gibt es Sitzplätze für mobilitätseingeschränkte Personen?
  • Gibt es behindertengerechte Toiletten? Habt ihr das auch mit einem Betroffenen überprüft, ob sie wirklich ausreichend zugänglich sind?
  • Bei Festivals: Habt ihr eine Plattform für gute Sicht für Menschen im Rollstuhl?
  • Und das Wichtigste: Kommuniziert ihr diese Informationen auch?

 

Personal

  • Ist euer Personal divers aufgestellt? Wer Personen mit unterschiedlichen Hintergründen beschäftigt setzt dadurch ein Zeichen. Zudem führt es dazu, dass Übergriffe eher gemeldet werden, weil sich Betroffene mit dem Personal identifizieren können.
  • Ist das Personal proaktiv und greift ein, bevor Probleme und Vorfälle eskalieren? Sind sie offen und freundlich und können deeskalierend wirken?
  • Gibt es klare Anweisungen, wie bei Vorfällen zu handeln ist, z.B. Täter*innen entfernen oder Hausverbot erteilen, die Polizei rufen, etc.? Wer vom Personal entscheidet bei einem Vorfall, wie läuft intern die Kommunikation ab?
  • Haben die Mitarbeitenden eine Awareness Schulung gemacht?
  • Gibt es ein Awareness Team und wenn ja, wie sind sie zu erkennen (z.B. T-Shirt, Armbinde, Rucksack…)? Oder habt ihr bestimmte Ansprechpartner*innen bei Vorfällen? Können sich Betroffene an alle Mitarbeitenden wenden? Gibt es eine Telefonnummer / WhatsApp (oder anderen Messenger), um sich bei Vorfällen melden zu können?
  • Haben die Mitarbeitenden sich zum Thema Barrierefreiheit fortgebildet?

 

Booking

  • Achtet ihr bei Bands und Künstler*innen darauf, ob sie problematische Hintergründe (z.B. Verbindungen zu rassistischen Organisationen, sexistische Vorkommnisse etc.) haben?
  • Habt ihr eine Policy bezüglich des Ausziehens von T-Shirts auf der Bühne?
  • Achtet ihr auf diverse Line-ups was Gender, Ethnie und Marginalisierungen angeht?
  • Habt ihr eine Vertragsklausel, die besagt, dass Auftritte auch abgesagt oder abgebrochen werden können, wenn es zu diskriminierendem oder übergriffigem Verhalten durch die Band kommt?

 

Allgemein

  • Gibt es Anti-Gewalt-, Missbrauchs-, Belästigungs- und Diskriminierungs Policies oder einen Code of Conduct? Und werden diese kommuniziert (und wie/wo)? Ist es vielleicht sogar Teil eures Ticketings?
  • Habt ihr eine Liste mit Anlaufstellen zu Organisationen, die sich mit Vorfällen beschäftigen, die ihr Betroffenen bei Vorfällen für weitere Unterstützung geben könntet?
  • Bietet ihr gratis Leitungswasser an?
  • Gibt es Awareness Poster oder Flyer, die Besucher*innen sagen, welches Verhalten nicht akzeptabel ist und vor allem auch welche Atmosphäre ihr euch wünscht?
  • Gibt es Infos, um sicher nach Hause zu kommen, z. B. Hilfe mit Taxis, Infos zu Nachtlinien?
  • Habt ihr euch mit den für euren Bezirk zuständigen Kontaktbeamt*innen der Polizei in Verbindung gesetzt & ausgetauscht?

 

Räumliches

  • Gibt es dunkle Ecken, die Übergriffe begünstigen? Wenn ja, hat das Personal ein Auge darauf?
  • Gibt es eines Rückzugsraum für Betroffene, wenn einen Vorfall gegeben hat oder jemand eine Auszeit vom Trubel braucht? Wenn nein: Könntet ihr einen schaffen?
  • Habt ihr geschlechtsneutrale Toiletten? Oder wollt ihr sie einführen?
  • Werden Tampons und Binden in allen Toiletten kostenlos zur Verfügung gestellt?

 

Öffentlichkeitsarbeit und Sichtbarkeit für eure Awareness Policy

  • Gibt es eine kompakte Version eurer Awareness Policy? Steht sie auch in leichter Sprache (4) zur Verfügung? Gibt es sie eventuell sogar in mehreren Sprachen?
  • Habt ihr Awareness Poster an prominenten Orten hängen (Eingang, Bar, Toiletten, Garderobe)?
  • Gibt es Awareness Flyer? Drückt ihr sie den Besucher*innen schon an der Tür in die Hand und weist sie darauf hin?
  • Ist die Policy auf eurer Website zentral platziert?
  • Ist die Policy Teil eures Ticketings (ohne Zustimmung kein Ticket)?
  • Erinnert ihr eure Zielgruppe auf euren Social-Media-Kanäle an eure Policy?
    Link auf die Website - Insta Stories zu den wichtigsten Punkten - Es bietet sich auch an, ab und an weiterführende Informationen zu den Themenbereichen Diskriminierung und Marginalisierung zu posten
  • Bei der Einführung: wie gewinnt ihr die Unterstützung eurer Community? Feiert ihr die Einführung mit einer Party (hier könnt ihr auch überlegen eine Spendenaktion zu starten, um die angefallen Kosten der Einführung zu decken).
  • Kommuniziert ihr eure Policy nach außen: Geht ihr an die Presse?
  • Wie bindet ihr eure Mitarbeitenden in die Umsetzung ein? Und wie weist ihr sie auf die neuen Spielregeln hin?
  • Wie geht ihr mit externen Mitarbeitenden (z.B. Tontechniker*in von Bands) um? Schickt ihr eure Policy vorab an Bands, DJs, Veranstaltende als Teil des Vertrags? Oder geht ihr die Policy vor Ort direkt mit ihnen durch?
  • Wie bringt ihr neuen Gästen die Policy näher, damit sie vorab wissen welches Verhalten willkommen ist (und welches nicht)?

 

Überprüfung der Wirksamkeit eurer Awareness Policy

  • Überlegt, wie oft ihr eure Policy überprüfen wollt: Jährlich? Oder immer wenn sie im Einsatz war (z.B. bei Festivals)?
  • Wer unterstützt euch bei der Evaluation? Es kann sehr sinnvoll sein, eine außenstehende Person oder Organisation dabei einzubeziehen, um objektiver den Ist-Zustand festzustellen und Veränderungsbedarfe festzustellen.
  • Wer ist noch an der Evaluation beteiligt: Mitarbeitende (oder nur die Führungsebene), Stammgäste, Bands, Vertreter*innen von marginalisierten Gruppen?
  • Führt ihr ein Logbuch um Vorfälle intern zu registrieren?
  • Habt ihr eine Feedback-Box vor Ort und digital, wo Personen Verbesserungen und Vorfälle anonym melden können? Hier kann es natürlich auch Raum für Lob für eure Arbeit geben - was schätzen eure Gäste an eurer Policy besonders?
  • Wie geht ihr mit Vorschlägen um, wer entscheidet über Verbesserungen und Änderungen?

Bleibt dran! Um eine möglichst diskriminierungsfreie Zone zu schaffen, reicht es nicht sich einmal zu bemühen. Es geht vielmehr darum in einem anhaltenden Prozess euren Club oder eure Veranstaltung zu einem Safer Space zu machen.

Weiterführende Informationen & Links

 

 

Über Safe the Dance

Auch 2021 sind Sexismus, Gewalt, Rassismus und Diskriminierung erlebter Alltag auf vielen Veranstaltungen. Obwohl immer mehr Veranstalter*innen reagieren und Awareness-Konzepte einführen, um Safe(r) Spaces zu kreieren, setzen sich trotzdem bislang noch viel zu wenige mit diesem Thema auseinander oder es fehlen ihnen die notwendigen Informationen und Tools. Hier will die Agentur für Awareness und Diversity Safe The Dance aktiv werden und diese Lücke schließen. Kultur und Nachtleben sind ein wichtiger Teil des Lebens für viele von uns. Aus diesem Grund halten wir es für wichtig, auch hier an einer Veränderung im Miteinander zu arbeiten. Wir sind der Meinung, alle Veranstaltungen sollten über individuelle Awareness-Konzepte und -Teams verfügen. Vor allem die Musikindustrie braucht Expert*innen, die zum Thema „Safe Space(r)“ Vorträge und Workshops halten und diese Prozesse begleiten. Wie wir Veranstaltungen zu Orten machen, an denen sich Menschen sicherer fühlen können, sowie unsere “Best Practice” Ansätze erklären wir in unserer Vortragsreihe “Safe The Dance”. Der multiperspektivische, intersektionale und interdisziplinäre Blick unseres Teams ist die beste Voraussetzung für eine detaillierte Aufarbeitung dieses Themas und der Ausarbeitung vielschichtiger, individueller Handlungsempfehlungen für Veranstaltungen oder Orte. Ob nur Awareness-Plakate, Rundumpakete inklusive Schulungen und Materialien oder einzelne Workshops, jedes Awareness-Konzept wird individuell und kostensparend entwickelt, um für eine optimale Umsetzung zu sorgen. Wir sind zudem Teil einer internationalen Arbeitsgruppe “Action Against Abuse in the Music Industry” iniitiiert von Kechange sowie in verschiedenen Netzwerken zur Gleichstellung von FLINTA+ in der Musik aktiv (u.A. Music Women* Germany, Keychange, musicBYwomen*, Trouble in Paradise).

info(at)safethedance(dot)de
www.safethedance.de
www.facebook.com/safethedance
www.instagram.com/safethedance

 

 

Legende:
(1) Villa, Paula-Irene: Die #MeToo-Debatte. In: POP. Kultur und Kritik, Jg. 7 (2018), Nr. 1, S. 79–85. DOI: doi.org/10.25969/mediarep/3013.
(2) Mediendienst Integration. Rassismus. Abgerufen am 25. Januar 2021 von: https://mediendienst-integration.de/desintegration/rassismus.html
(3) Lesben- und Schwulenverband. HOMOPHOBE GEWALT: ANGRIFFE AUF LESBEN, SCHWULE, BISEXUELLE, TRANS- UND INTERGESCHLECHTLICHE MENSCHEN (LSBTI) Abgerufen am 25. Januar 2021 von: https://t1p.de/l1kj
(4) Ratgeber Leichte Sprache https://t1p.de/fddz

 

 

AWARENESS LEITFADEN als PDF Download

How to Hygienekonzept

(Stand 25.05.2021)

 

Einleitung

Auch in 2021 werden noch Hygienekonzepte und die dazugehörigen Einschränkungen für Veranstaltungen nötig sein. Diese kleine Zusammenfassung soll euch helfen, eigene Hygienekonzepte für eure geplanten Veranstaltungen zu erstellen. Jede Veranstaltung ist anders - je nach Größe & Setting werden also unterschiedliche Punkte für euch relevanter sein als andere. Grundsätzlich werden in diesem Text alle essenziellen und bedenkenswerten Punkte einmal angesprochen, damit ihr einen guten Überblick über die allgemeine Thematik bekommt.

Allgemeine Hinweise

Als Veranstalter*innen tragt ihr die Verantwortung für die Gesundheit und Unversehrtheit eures Publikums, der Künstler*innen und aller anderen an der Veranstaltung beteiligten Personen. Das heißt: Bitte plant unter den aktuellen Bedingungen mit größter Sorgfalt und Vorsicht. Das Pandemiegeschehen und die dazugehörigen Verfügungen und Anordnungen der Behörden können sich jederzeit ändern; seid darauf gefasst und stellt euch auf sehr kurze Planungszeiträume ein, vermeidet nach Möglichkeit größere Ausgaben vor der Veranstaltung, und wirtschaftet gut mit euren Ressourcen. Seid Informiert über das aktuelle Pandemiegeschehen und darauf vorbereitet, schnell reagieren zu müssen. Bitte informiert euch bei den entsprechenden genehmigenden Behörden in eurem jeweiligen Ort (Ordnungsämter, KVR Veranstaltungsbüro oder Referat für Umwelt und Gesundheit, siehe unten bei „Kontakte“) über mögliche Auflagen & Bedingungen, bevor ihr in die Planung einer Veranstaltung geht. Auch sich mit anderen Veranstalter*innen auszutauschen ist oft hilfreich – schaut also, dass ihr euch vernetzt.

AHA+L Regeln

Die AHA+L Regeln sind ein guter Wegweiser zum Erstellen eines Hygienekonzeptes, da es beim Pandemiekonformen Veranstalten im Großen und Ganzen auf diese vier grundlegenden Regeln hinausläuft, gemeint sind: Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Maske tragen und Lüften.

Personendatenerfassung

Es wird auch 2021 nötig sein, die Daten aller an der Veranstaltung teilnehmenden Personen zu erfassen und für die Gesundheitsämter vorzuhalten. In welchem Format (Telefon? Email? Adresse?) und wie lange die Daten gespeichert werden müssen gilt es mit der jeweiligen genehmigenden Behörde vorab abzuklären. Dies ist ein recht heikles Thema, da es hier direkt um persönliche Daten geht - bitte behandelt das Thema mit großer Sorgfalt. Es müssen zum einen die Daten des Publikums erfasst werden, hier empfiehlt es sich, wenn möglich diese Datenerfassung mit dem Ticketverkauf zu kombinieren und dies am besten auch im Vorfeld und ohne Kontakte abzuwickeln (siehe auch „Ticketing“). Für alle anderen an der Veranstaltung teilnehmenden Personen, sprich Künstler*innen, Crew und sonstige Gäst*innen müssen ggfs. eigene Lösungen entwickelt werden. Wichtig ist aber vor allem, dass diese Datenerfassungen vollständig und mit größter Sorgfalt durchgeführt werden müssen, zum einen aus Datenschutzgründen, zum anderen aber auch, weil diese Daten es den Gesundheitsämtern im Falle einer Infektion ermöglichen, die Infektionskette zurückzuverfolgen und im besten Fall auch zu unterbrechen. Gegebenenfalls werden in Zukunft auch andere digitale Datenerfassungssysteme möglich sein (wie zum Beispiel die Luca-App oder die Corona-Warn-App); hierzu bleibt es abzuwarten, auf welche Systeme sich die örtlichen Gesundheitsämter bzw. genehmigenden Behörden festlegen werden.

Location

Die Location-Wahl ist bei der pandemiekonformen Veranstaltungsplanung essenziell, da man - je nach Veranstaltungsgröße - viel Platz benötigt, um Abstände einzuhalten, Einbahn-Wegeführung zu gewährleisten und ggfs. auch Platz für Warteschlangen vorzuhalten. Die maximal zulässige und genehmigungsfähige Besucher*innenanzahl sollte ebenso einen Einfluss auf die Wahl der Veranstaltungsorte haben, da dies auch große Auswirkungen auf die Kosten (Mieten, Nebenkosten, Personalkosten) haben kann. Die genauen Besucher*innen-Kapazitäten werden ebenfalls durch die jeweiligen genehmigenden Behörden festgelegt, bitte checkt die jeweils aktuell gültige Regelung.

Lüftung

Ganz grundsätzlich ist eine Open-Air Veranstaltung immer die bessere Wahl, da die Infektionsgefahr merklich sinkt. Wenn dies nicht möglich ist, sollte darauf geachtet werden, dass ausreichend Frischluft in den Veranstaltungsraum hinein und verbrauchte Luft hinaus kann; am besten durch leistungsstarke Lüftungsanlagen oder - wenn nicht anders möglich - durch ausgedehntes Lüften. Ggfs. muss das geplante Programm auch an Lüftungspausen angepasst werden.

Abstände

Für die Infektionsvermeidung ist es unerlässlich, Abstände einzuhalten und dies nicht nur beim eigentlichen Konzert, sondern auch beim Ein- und Auslass, auf den Toiletten und bei der gastronomischen Versorgung. Dies gilt außerdem auch für die bei der Produktion arbeitenden Personen, wie Techniker*Innen, Künstler*Innen und Helfer*Innen. Das heißt für die Veranstaltungsplanung: Man braucht entsprechend Platz, um produzieren zu können. Bitte informiert euch darüber, welche Abstände in euren jeweiligen Städten/Landkreisen vorgeschrieben sind und übertragt diese auf den Platzbedarf in eurer Location. Wenn möglich haltet euch auch Ausweichflächen offen, um ggfs. auf Veränderungen bei den Abständen reagieren zu können.

Publikumsplatzierung

Stand Heute (25.05.2021) sind Veranstaltungen nur mit einem festen Sitzplatz zulässig, dh ihr müsst bei euren Planungen den zusätzlichen Aufwand einer Bestuhlung und den zusätzlichen Platzbedarf mitdenken. In zukünftigen Öffnungsschritten könnten auch Veranstaltungen ohne Sitzplatz wieder möglich werden, nach aller Erfahrungen aus 2020 voraussichtlich jeweils mit niedrigerer erlaubter Personenanzahl im Vergleich zu Veranstaltungen mit festem Sitzplatz.

Wegeführung

Um Kontakte zu minimieren ist es ratsam, die Publikumsbewegungsmöglichkeiten im Rahmen der Veranstaltung vorzuschreiben bzw. zu regeln, das heißt, je nach räumlichen Möglichkeiten könnten z.B. Ein- und Ausgänge getrennt werden, Einbahnwegsysteme eingerichtet werden oder auch das Publikum zeitlich versetzt ein- und ausgelassen werden.

Einlass / Kasse

Der Zugang bzw. Einlass zur Veranstaltung ist schon der erste neuralgische Punkt, hier kommt es darauf an, genügend Platz für Warteschlangen vorzuhalten und eine Einlasssituation zu schaffen, die schnell und effektiv das Publikum abfertigen kann, sowohl nach Sicherheitsgesichtspunkten als auch beim Kontrollieren der Tickets. Vielleicht wird es auch nötig sein, zusätzliches Personal bereitzuhalten, um ggfs. das wartende Publikum einzuweisen und auf Sicherheitsabstände aufmerksam zu machen. Ebenso ist es sinnvoll, das Verkaufen von Tickets nach Möglichkeit auf einen (Online-) Vorverkauf zu verlegen und des Weiteren darauf zu achten, dass vor Ort kontaktloses Bezahlen möglich ist.

Ticketing

Auf den klassischen Ticketverkauf sowohl im Vorverkauf als auch an der Abendkasse kommen unter Pandemiebedingungen neue Aufgaben zu: Zum einen sollte der Ticketverkauf unbedingt kontaktlos funktionieren und zum zweiten kann über den Ticketverkauf auch die (Publikums-) Datenerfassung abgewickelt werden. Oberstes Ziel sollte bei allen Überlegungen hierzu die Vermeidung von direkten Kontakten sein. Nach Möglichkeit sollte der Großteil des Ticketabsatzes über den Onlineticketverkauf abgedeckt werden, um die Situation an den Abendkassen und Veranstaltungseinlässen zu entzerren und zu beschleunigen. Selbst bei Veranstaltungen ohne Eintritt ist es denkbar, eine Onlinereservierung inklusive der Datenabfrage einzurichten, egal ob über einen schon existierenden Ticketvertrieb oder über ein eigens für die Veranstaltung entwickeltes Reservierungssystem. Im besten Fall sind die Tickets dann auch personalisiert und nicht übertragbar und somit für euch als Veranstalter*in auch überprüfbar. Bitte beachtet bei allen Überlegungen immer auch den Datenschutz, und sichert euch über transparente und schlüssige AGBs ab.

Tests

Es wird in vielen Fällen - und je nach Inzidenz & Pandemielage - verlangt werden, dass die Leute am Einlass negative Tests (bzw. Bestätigungen darüber) vorlegen müssen. Dies wird mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit jeweils genauso gehandhabt werden wie beim Einkaufen & in der Gastronomie. Bitte beachtet dazu die nötigen Vorgaben und Verordnungen der entsprechenden Behörden. Bitte hierzu genau informieren, da sich die Vorgaben der Behörden hierzu bzw. die jeweils gültige Regelung je nach lokalem Inzidenzkorridor immer wieder ändern können. Die Kontrolle der Tests, und ggfs. von Impfnachweisen & „Genesenen-Nachweisen“ wird ebenfalls einen erhöhten Aufwand an euren Einlässen darstellen, bitte denkt dies mit bei der Personalplanung und auch der generellen Einlassplanung.

Sanitäranlagen

Die Sanitäranlagen werden in vielen Veranstaltungsstätten eine Herausforderung darstellen, sowohl was Abstände, Wegetrennung und auch die Einhaltung von Hygieneregeln betrifft. Hier empfiehlt es sich, über zusätzliche Toiletten und Waschmöglichkeiten nachzudenken, ggfs. über mobile Lösungen wie Containterbauten oder mobile Toiletten. Ebenso sollte man als Veranstalter*in darüber nachdenken, wie die Sanitäranlagen desinfiziert und sauber gehalten werden können - ggfs. wird hier zusätzliches (Reinigungs-) Personal für die Sanitäranlagen nötig sein.

Reinigung / Desinfektion

Ebenso zu bedenken ist, dass Veranstaltungsstätten durch die Pandemiesituation öfter und gründlicher gereinigt werden müssen - und hier geht es nicht nur um die vom Publikum genutzten Räumlichkeiten und Möblierung, sondern auch um den Backstagebereich und die Bühne. In einigen Fällen, z.B. einer Doppelnutzung oder mehrerer Vorstellungen werden auch Zwischenreinigungen nötig oder sinnvoll sein.

Hygieneregeln

Die klassischen und uns mittlerweile allen ins Blut übergegangen Hygieneregeln wie z.B. die Niesetikette oder das gründliche Händewaschen und Desinfizieren gelten natürlich auch auf dem gesamten Veranstaltungsgelände und es empfiehlt sich, das Publikum auch aktiv an diese zu erinnern und zu sensibilisieren. Auch sind ausreichend Desinfektionsmittel und -spender besonders auch in den Eingangsbereichen vorzuhalten.

Masken

Ebenso wird es je nach Pandemielage nötig sein, eine teilweise oder vollständige Maskenpflicht auf dem Veranstaltungsgelände einzuführen - eben je nachdem wie Sicherheitsabstände eingehalten werden können oder eben nicht. Dies wird neben der allgemeinen Pandemielage auch abhängig davon sein, welche Art von Location bespielt wird, ob Drinnen oder Draußen, ob bestuhlt oder stehend, ob allgemein viel Platz oder wenig Platz vorhanden ist. Auch die Art der Maske ist zu beachten – sind FFP2 Masken oder sog. medizinische Masken Pflicht oder reichen sog. Community-Masken? Dies sollte im besten Fall mit der genehmigenden Behörde abgesprochen sein. Es ist auch durchaus ratsam, als Veranstalter*in ein paar geeignete Masken vorzuhalten.

Kommunikation

Es lohnt sich auch ganz generell darüber nachzudenken, wie man im Vorfeld, aber auch im Rahmen der Veranstaltung mit seinem Publikum kommuniziert, da es ja einiges an Informationen gibt, die dem Publikum vermittelt werden müssen: Angefangen von Hygieneregeln über Einlassverfahren und vieles mehr. Ein weiterer Vorteil einer gut gemachten Kommunikation ist, dass man dem Publikum so durchaus auch ein Gefühl der Sicherheit vermitteln kann. Egal wie man das dann individuell umsetzt, sei es über vorab verschickte AGBs, Handouts, Aushänge, Bodenmarkierungen, Tonbanddurchsagen oder eine gute Moderation - für das reibungslose Funktionieren der Veranstaltung und ihrer Abläufe benötigen wir gerade unter Pandemiebedingungen unbedingt auch die Mitarbeit des Publikums, und das ist eben nur möglich, wenn das Publikum gut eingebunden und informiert wird.

Gastronomie

Auch die Gastronomie der Veranstaltung will durchdacht sein: Hier gelten - wie auf dem gesamten Veranstaltungsgelände - die Abstands- und Hygieneregeln, d.h. es müssen wieder Wartebereiche organisiert werden, es müssen Schutzmaßnahmen fürs Personal und Publikum getroffen werden und auch hier sollte bargeldloses Zahlen möglich sein. Die ausgegebenen Lebensmittel sollten nach Möglichkeit verpackt und verschlossen sein. Und darüber hinaus muss auch durchdacht werden, wo das Publikum die gekauften Getränke und Speisen zu sich nehmen darf; es kann z.B. Sinn machen, dass das nur am Sitzplatz möglich ist, je nach den örtlichen Gegebenheiten. Außerdem kann es je nach Auflagen auch sein, dass eine Gastronomie gar nicht möglich ist, weil z.B. während der kompletten Veranstaltung eine Maskenpflicht gelten könnte. Dies unbedingt vorab in Erfahrung bringen, und die Gastronomie auch einmal vorab durchrechnen - es könnte ja sein, dass sich diese z.B. durch die erhöhten Anforderungen gar nicht lohnt.

Mitarbeiter*innen & Künstler*innen

Alle in den vorherigen Punkten beschriebenen Maßnahmen gelten analog auch für alle anderen an der Veranstaltung beteiligten Personen wie Mitarbeiter*innen, aber eben auch für die Künstler*innen. Es empfiehlt sich, diese gesondert und bereits im Vorfeld einzuweisen, damit sie dann vor Ort handlungsfähig sind. Zu beachten ist auch, dass es Mitarbeiter*innen gibt, die exponierter sind als andere, wie z.B. die Securitymitarbeiter*Innen an den Eingängen. Diese sollten besonders geschult und geschützt werden. Des Weiteren hat das Personal (aber auch die Künstler*innen) eine Vorbildfunktion für das Publikum, d.h. umso wichtiger, dass sie sich unbedingt ebenso an die vor Ort geltenden Regeln halten, auch wenn sie „nerven“ oder umständlich sind.

Zuständigkeiten & Ansprechpartner*innen

Macht euch auch Gedanken darüber, wer für die Hygienemaßnahmen im Rahmen euer Veranstaltung zuständig ist und ggfs. dann vor Ort auch als Ansprechpartner*in für die Behörden da ist. Diese Person sollte eingewiesen und vertraut sein mit den örtlichen Gegebenheiten und Hygieneregelungen und darüber hinaus auch in der Lage sein zu reagieren. Eine vorherige Schulung ist sicher hilfreich, wenn verfügbar bzw. bezahlbar. Diese Ansprechpartner*innen müssen in der Regel auch im Vorfeld benannt und inklusive ihrer Kontaktdaten den Behörden mitgeteilt werden.

Kosten

All diese Maßnahmen werden eure geplante Veranstaltung aufwendiger und in vielen Fällen auch kostenintensiver machen, bei voraussichtlich gleichzeitig geringeren Kapazitäten, also Einnahmemöglichkeiten. Das heißt: Macht euch die Mühe, die Veranstaltung wirklich gründlich durchzurechnen und geht beim Rechnen eher vom sogenannten „worst case“ aus, da zum momentanen Stand der Pandemie niemand die Entwicklungen länger im Vorraus bzw. belastbar voraussehen kann.

Behörden

Tut alles dafür um in einen guten, vertrauensvollen und produktiven Kontakt mit euren zuständigen Behörden zu kommen - das ist Gold wert, sowohl in der Pandemie als auch darüber hinaus. Versorgt euch als Veranstalter*in im besten Fall rechtzeitig mit wichtigen Informationen und bedenkt dabei, dass auch für die Mitarbeiter*innen der Behörden diese Situation Neuland ist, viele Sachen müssen vielleicht erst gemeinsam erarbeitet werden.

Sonstiges

Im Anhang dieser Verschriftlichung findet ihr zwei Dokumente. Zum einen den Leitfaden des VDMK (Verband der Münchner Kulturveranstalter), der Mitte 2020 im Rahmen eines Onlineworkshops erstellt wurde und der das Thema „Hygienekonzept“ sehr viel umfangreicher und tiefer beleuchtet. Und zum zweiten das Hygienekonzept der „Sommerbühne im Stadion“, das 2020 so auch genehmigt und erfolgreich angewandt & durchgeführt wurde.

 

Kontakte:

Veranstaltungsgenehmigungen:
KVR / RGU: vvb.kvr(at)muenchen(dot)de

Hilfsangebote:
VDMK – Verband Münchner Kulturveranstalter: geschaeftsstelle(at)vdmk(dot)info
Feierwerk Fachstelle Pop: pop(at)feierwerk(dot)de

Diese Materialsammlung soll eine erste Hilfestellung für Veranstalter*innen sein und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Dieses Dokument bezieht sich auf den Kenntnisstand am 25.05.2021.


HOW TO HYGIENEKONZEPT als PDF Download inkl. folgender Anhänge:

>> Leitfaden für die Erstellung von Hygienekonzepten – VDMK
>> Hygienekonzept der „Sommerbühne im Olympiastadion"

Träger von der Feierwerk Fachstelle Pop ist der gemeinnützige Verein Feierwerk e.V.

Die Feierwerk Fachstelle Pop wird gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München.

Unser Leitbild ist Ausdruck unserer gemeinsamen Werte.
Es prägt unser Denken und Handeln und ist für uns alle verbindlich.

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